Die Vorliebe für Hunde oder Katzen ist mehr als nur eine Geschmacksfrage. Mehrere Studien belegen, dass hinter den gängigen Klischees ein wahrer Kern steckt: Hundemenschen gelten als gesellig und zuverlässig, Katzenmenschen als unabhängig und kreativ. Forscher haben in den vergangenen Jahren untersucht, ob die Präferenz für eines der beiden Tiere mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängt. Die Ergebnisse zeigen allgemeine Tendenzen, aber einige Unterschiede treten immer wieder auf.
Studie der University of Texas: Hundemenschen sind geselliger
Eine besonders bekannte Studie des Psychologen Samuel Gosling von der University of Texas befragte rund 4500 Menschen und bewertete ihre Persönlichkeit anhand des Fünf-Faktoren-Modells. Demnach sind Hundemenschen im Durchschnitt geselliger, zuverlässiger und gewissenhafter. Sie gelten als kontaktfreudig und orientieren sich stärker an Regeln und Verpflichtungen. Katzenmenschen zeigen dagegen häufiger Offenheit für neue Erfahrungen. Sie werden als kreativer, experimentierfreudiger und unabhängiger beschrieben. Gleichzeitig berichteten sie etwas häufiger von Unsicherheit oder Ängstlichkeit.
Carroll College: Katzenliebhaber sind kreativer und unkonventioneller
Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Studie des Carroll College im US-Bundesstaat Wisconsin. Auch dort wurden Katzenliebhaber häufiger als kreativ, unkonventionell und weniger an sozialen Normen orientiert beschrieben. Außerdem zeigten sie in der Untersuchung eine stärkere Tendenz zu Sensibilität und Individualismus. Hundemenschen wurden dagegen eher mit Warmherzigkeit, Lebhaftigkeit und sozialer Anpassungsfähigkeit in Verbindung gebracht.
Studie aus Mexiko: Unterschiede in der Bindung zu Hund und Katze
Spannend sind auch Erkenntnisse zur Beziehung zwischen Mensch und Tier. Eine Studie aus Mexiko befragte 132 Personen, die sowohl Hunde als auch Katzen halten. Die Teilnehmer gaben an, mit ihren Katzen oft mehr Zeit für direkte Interaktionen wie Spielen oder Streicheln zu verbringen. Gleichzeitig wurde die emotionale Bindung zu Hunden als stärker empfunden. Hunde wurden jedoch auch als anspruchsvoller und kostenintensiver wahrgenommen als Katzen.
Fazit: Die Persönlichkeit bestimmt die Tierwahl
Aus den Ergebnissen ergibt sich ein interessantes Bild: Die Beziehung zum Hund wird häufig als besonders eng erlebt, während die Beziehung zur Katze insgesamt als unkomplizierter bewertet wird. Forscher vermuten außerdem, dass Menschen oft zu dem Tier tendieren, das besser zu ihrer Persönlichkeit passt. Introvertierte und unabhängige Menschen fühlen sich eher zu Katzen hingezogen, während gesellige und pflichtbewusste Personen häufiger Hunde bevorzugen. Die Studien beschreiben Durchschnittswerte. Sie sagen jedoch nichts darüber aus, wie einzelne Hunde- oder Katzenhalter tatsächlich sind.



