Berlin stehen extrem heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad bevor. Während die Risiken für Menschen bekannt sind, wird oft übersehen, dass auch Haustiere unter der Hitze leiden können. Ein Berliner Tierarzt gibt konkrete Ratschläge, wie Hunde, Katzen und selbst Kleintiere wie Mäuse die Sommerhitze unbeschadet überstehen.
Warnsignale erkennen: So merken Sie, dass Ihr Tier leidet
Haustiere schwitzen nicht wie Menschen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln, Katzen lecken sich das Fell. Beide Mechanismen stoßen bei extremer Hitze an Grenzen. „Achten Sie auf übermäßiges Hecheln, Teilnahmslosigkeit oder einen glasigen Blick“, rät der Tierarzt. „Das können erste Anzeichen einer Überhitzung sein.“ Besonders gefährdet sind Tiere mit kurzen Nasen wie Möpse oder Perserkatzen, aber auch ältere und kranke Tiere sowie Welpen und Kitten.
Wasser und Schatten: Die Basis für jeden heißen Tag
Der wichtigste Tipp: Stellen Sie stets frisches, kühles Wasser bereit – an mehreren Orten in der Wohnung. „Ein Hund braucht an heißen Tagen bis zu doppelt so viel Wasser wie sonst“, erklärt der Experte. Auch Katzen sollten immer Zugang zu Wasser haben, am besten in flachen Schalen, da sie empfindlich mit den Schnurrhaaren sind. Für Kleintiere wie Mäuse oder Hamster gilt das Gleiche: Wasserflaschen regelmäßig prüfen und notfalls zusätzlich eine Wasserschale anbieten. Zudem muss immer ein schattiger Rückzugsort vorhanden sein. Direkte Sonneneinstrahlung durch Fenster sollte mit Vorhängen oder Jalousien blockiert werden.
Spaziergänge und Auslauf: Die richtige Tageszeit wählen
Hundehalter sollten ihre Runden in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen, wenn die Temperaturen niedriger sind. Der Tierarzt warnt: „Asphalt kann sich auf über 50 Grad erhitzen und die Pfotenballen verbrennen.“ Eine einfache Handprobe: Die eigene Hand fünf Sekunden auf den Boden drücken – wird es unangenehm, ist es auch für den Hund zu heiß. Bei Katzen, die ins Freie gehen, sollte die Tür in den kühleren Stunden geöffnet werden. Für Kleintiere gilt: Käfige niemals in die pralle Sonne stellen, auch nicht für kurze Zeit.
Abkühlung für unterwegs: Kühlmatten und nasse Tücher
Spezielle Kühlmatten für Haustiere können helfen, die Temperatur zu senken. Alternativ eignen sich feuchte Handtücher, die auf den Boden gelegt werden. „Aber Vorsicht: Nasse Fellnassen können bei Zugluft zu Erkältungen führen“, so der Mediziner. Für Hunde gibt es auch Kühlwesten, die vor dem Spaziergang angefeuchtet werden. Katzen hingegen mögen oft lauwarmes Wasser – ein flacher Teller mit Wasser zum Trinken oder zum Pfoten eintauchen kann willkommen sein. Keinesfalls sollten Tiere mit kaltem Wasser übergossen werden, da dies zu Kreislaufproblemen führen kann.
Notfälle: Was tun bei Hitzschlag?
Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich. Symptome sind starkes Hecheln, rote oder blasse Schleimhäute, Erbrechen, Durchfall, Taumeln oder Bewusstlosigkeit. „In diesem Fall sofort in den Schatten bringen, mit lauwarmem (nicht kaltem!) Wasser kühlen und umgehend einen Tierarzt aufsuchen“, lautet der dringende Rat. Besonders gefährlich ist es, Tiere bei Hitze im Auto zu lassen – selbst bei geöffneten Fenstern steigt die Temperatur innerhalb weniger Minuten auf lebensbedrohliche Werte.
Kleintiere und Vögel: Besondere Vorsicht geboten
Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel reagieren besonders empfindlich auf Hitze. Ihr Käfig sollte immer an einem kühlen, gut belüfteten Ort stehen. „Stellen Sie eine gefrorene Wasserflasche in den Käfig, an der sich die Tiere abkühlen können“, empfiehlt der Tierarzt. Vögel freuen sich über ein flaches Wasserbad zum Baden. Auch hier gilt: Keine Zugluft, aber frische Luft ist wichtig. Bei extremen Temperaturen kann ein Ventilator helfen, der jedoch nicht direkt auf das Tier gerichtet sein sollte.
Mit diesen einfachen, aber wirksamen Maßnahmen können Haustierbesitzer sicherstellen, dass ihre Lieblinge die heißen Sommertage gesund überstehen. Der Tierarzt fasst zusammen: „Aufmerksamkeit und gesunder Menschenverstand sind das A und O. Wer selbst unter der Hitze leidet, sollte auch an seine Tiere denken.“



