Ein kurzer Einkauf, der Hund wartet im Auto – für viele wirkt das harmlos. Doch jedes Jahr sterben Hunde in überhitzten Autos. Allein 2024 waren es nach Angaben des Tierregisters Tasso mindestens neun Tiere. Schon wenige Minuten können über Leben und Tod entscheiden. Denn bereits bei Temperaturen um die 20 Grad kann es für einen Hund im Auto gefährlich werden. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wann man eingreifen darf und sogar muss.
Schon bei 20 Grad wird es gefährlich
Bereits ab einer Außentemperatur von 20 Grad kann ein Auto für Hunde zur tödlichen Falle werden. Nach 30 Minuten steigt die Temperatur im Innenraum auf etwa 36 Grad. Dann schafft es der Hund oft nicht mehr, sich selbst abzukühlen. Der Grund: Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen und kühlen ihren Körper hauptsächlich durch Hecheln. Wird es zu heiß, drohen schwere Organschäden, Herzstillstand und im schlimmsten Fall der Tod.
Noch dramatischer wird es bei höheren Temperaturen. Liegen draußen 28 Grad an, herrschen im Auto nach zehn Minuten bereits 35 Grad. Nach 30 Minuten sind es etwa 44 Grad, nach einer Stunde rund 46 Grad – lebensgefährliche Bedingungen. Wie gefährlich das ist, zeigen die Zahlen des Tierregisters Tasso. Allein 2024 starben mindestens neun Hunde, nachdem sie in überhitzten Autos zurückgelassen worden waren, berichtet PETBOOK.
Diese Warnzeichen dürfen Sie nicht ignorieren
Ein Hund mit Hitzschlag zeigt oft deutliche Symptome. Dazu gehören starkes Hecheln, vermehrter Speichelfluss, eine weit herausgestreckte Zunge und ein gestreckter Hals. Weitere Warnsignale sind Teilnahmslosigkeit, Taumeln, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Krampfanfälle, Gleichgewichtsstörungen, gerötete Schleimhäute und Zunge sowie eine erhöhte Körpertemperatur. Auch Unruhe, Panik oder ein Zusammenbruch können auftreten.
So handeln Sie richtig
Entdecken Sie einen Hund in einem parkenden Auto, versuchen Sie zunächst, möglichst schnell den Halter ausfindig zu machen. Bitten Sie im Supermarkt um eine Lautsprecherdurchsage oder holen Sie Passanten zu Hilfe. Zeigt der Hund bereits Anzeichen eines Hitzschlags oder ist der Halter nicht auffindbar, rufen Sie sofort die Polizei unter 110 oder die Feuerwehr unter 112. Die Einsatzkräfte sind verpflichtet, den Hund zu befreien.
Wann Sie selbst die Scheibe einschlagen dürfen
Das Einschlagen einer Autoscheibe kann in Ausnahmefällen gerechtfertigt sein. Das gilt nur, wenn der Hund in akuter Lebensgefahr ist und Hilfe nicht rechtzeitig kommt. Sichern Sie sich möglichst ab, indem Sie Zeugen hinzuziehen und den Vorfall mit Fotos oder Videos dokumentieren. Das kann später wichtig sein.
Wer seinen Hund bei Hitze im Auto zurücklässt, muss außerdem mit rechtlichen Folgen rechnen. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes ist das strafbar. Stirbt das Tier an den Folgen der Hitze, drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder ein Bußgeld wegen Tierquälerei.
Erste Hilfe kann Leben retten
Nach der Rettung muss der Hund sofort in den Schatten gebracht werden. Bieten Sie ihm Wasser an, das nicht eiskalt ist. Auch zum Kühlen sollten Sie handwarmes oder leicht kühles Wasser verwenden und den Körper vorsichtig befeuchten. Ist der Hund bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage auf die rechte Seite. Strecken Sie den Kopf nach vorn. Ziehen Sie vorsorglich die Zunge heraus, damit die Atemwege frei bleiben. Verständigen Sie umgehend einen Tierarzt oder die Tierrettung.



