Berlin/Potsdam (dpa/bb) – Auch in diesem Jahr gelangen mit Beginn der Sommerferien einige Tierheime in Berlin und Brandenburg an ihre Grenzen. Es werden insbesondere in den Sommermonaten zahlreiche Haustiere ausgesetzt, wie ein Sprecher des Landestierschutzverbandes Brandenburg erklärte. „Tierheime geraten dadurch an ihre Kapazitätsgrenzen. Für die Tiere bedeutet dies oft Angst, Hunger, Verletzungen oder sogar den Tod.“
Fundkatzenflut im Tierheim Berlin
„Unser Fundkatzenbereich quillt bereits nach der ersten Ferienwoche über“, hieß es vom Tierschutzverein in Berlin vor wenigen Tagen. Allein vom 6. bis 12. Juli wurden im Tierheim Berlin demnach 46 Fundkatzen aufgenommen, darunter drei Katzenmütter mit ihren Jungtieren. „Die Zahlen direkt nach Beginn der Sommerferien sind jedoch alarmierend und erinnern an die Situation früherer Jahre.“
Ähnliche Lage in Brandenburg
„In Brandenburg stellt sich die Situation ähnlich dar. Natürlich kann bei gefundenen Tieren nie sicher gesagt werden, ob sie ausgesetzt wurden oder schon länger ohne Zuhause sind“, sagte der Sprecher des Landestierschutzverbandes in Brandenburg. Tiere dürften niemals ausgesetzt werden, nur weil sie nicht in die Ferienplanung passen.
Es sei „schlichtweg zu einfach“, sich ein Tier zuzulegen. Man müsse nicht beweisen, dass man ein bestimmtes Tier auch halten könne, so der Sprecher. Hauptgründe für die vollen Tierheime seien aus seiner Sicht vor allem Spontankäufe. „Schnell verlieren neue Tierhalter die Lust oder merken den Aufwand. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten runden finanzielle Sorgen und Probleme ab.“
Tierschützer raten von Spontankäufen ab
Wenn ein Tier aufgenommen werden soll, müsse an so viel gedacht werden. Wer kümmert sich um das Tier? Können wir Futter und Tierarzt bezahlen? Wer kümmert sich um die Reinigung? Diese Fragen sollte man sich unbedingt stellen, bevor man ein Tier kauft.



