New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani zählt zu den schärfsten Kritikern von Benjamin Netanyahu. Der israelische Premier ist in der Stadt nicht willkommen, erklärte Mamdani. Rechtlich kann er Netanyahu nicht festnehmen lassen, doch sein Vorstoß hat politische Wirkung. Aus New York berichtet Alexander Sarovic.
Mamdani gegen Netanyahu: Ein politischer Schlagabtausch
Zohran Mamdani, der Bürgermeister von New York City, hat sich klar positioniert: Er möchte Benjamin Netanyahu am liebsten Handschellen anlegen. „Netanyahu ist in New York City nicht willkommen“, sagte Mamdani. Diese Aussage fiel im Kontext eines Besuchs des israelischen Premiers in den USA. Mamdani, der für seine progressive Politik bekannt ist, sieht in Netanyahu eine umstrittene Figur, die in seiner Stadt keine Bühne erhalten soll.
Der Bürgermeister betonte, dass er rechtlich nicht befugt sei, Netanyahu festzunehmen. Dennoch sei die symbolische Geste wichtig. „Wir müssen klarmachen, dass bestimmte Handlungen Konsequenzen haben“, so Mamdani. Der Vorstoß stieß auf gemischte Reaktionen: Während progressive Kreise ihn unterstützen, kritisieren konservative Stimmen den Schritt als unangemessen.
Rechtliche Grenzen und politische Wirkung
Obwohl Mamdani keine rechtliche Handhabe hat, Netanyahu zu verhaften, zeigt die Aktion Wirkung. Sie sendet ein starkes Signal an die internationale Gemeinschaft und die New Yorker Bevölkerung. Laut einer Umfrage unterstützen 62 Prozent der New Yorker die Haltung des Bürgermeisters gegenüber Netanyahu. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden können, um den Druck zu erhöhen.
Mamdani erklärte: „Es geht nicht um persönliche Animositäten, sondern um Prinzipien. Netanyahu steht für eine Politik, die viele New Yorker ablehnen.“ Der Bürgermeister rief andere Städte auf, ähnliche Schritte zu erwägen. „Wenn wir gemeinsam handeln, können wir Veränderungen bewirken“, sagte er.
Reaktionen aus Israel und den USA
Die israelische Regierung reagierte verärgert. Ein Sprecher Netanyahus bezeichnete Mamdanis Äußerungen als „unverantwortlich und schädlich für die Beziehungen zwischen den USA und Israel“. Auch das US-Außenministerium äußerte sich zurückhaltend. Man respektiere die Meinungsfreiheit, aber solche Aktionen könnten die diplomatischen Beziehungen belasten.
In New York selbst gingen die Meinungen auseinander. Während jüdische Organisationen teilweise Verständnis zeigten, warnten andere vor einer Spaltung der Gesellschaft. Mamdani betonte jedoch, dass seine Kritik nicht gegen das jüdische Volk, sondern gegen die Politik Netanyahus gerichtet sei. „Wir müssen differenzieren“, so der Bürgermeister.
Ausblick: Weitere Schritte möglich
Mamdani schloss nicht aus, weitere Maßnahmen zu ergreifen. „Wir werden prüfen, ob wir Netanyahu offiziell zur unerwünschten Person erklären können“, sagte er. Dies wäre ein beispielloser Schritt für eine US-amerikanische Stadt. Der Bürgermeister kündigte an, mit anderen Städten zu kooperieren, um eine gemeinsame Linie zu finden.
Die Debatte um Netanyahu und seine Politik wird in New York weitergehen. Mamdani hat mit seinem Vorstoß ein Zeichen gesetzt, das über die Stadtgrenzen hinauswirkt. Ob dies zu konkreten Veränderungen führt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Bürgermeister hat sich als scharfer Kritiker Netanyahus positioniert und wird nicht locker lassen.



