Geschäftszahlen-Newsblog: Roche leidet unter starkem Franken, Super Micro profitiert von KI
Geschäftszahlen-Newsblog: Roche, Super Micro, Santander & Co.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr 2026 unter dem starken Franken gelitten. Der Umsatz fiel in der Berichtswährung um zwei Prozent auf 30,36 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Währungsbereinigt wuchsen die Erlöse dagegen um sechs Prozent. Der Währungsdruck ließ zuletzt spürbar nach, nachdem der Umsatz im ersten Quartal in Franken noch um fünf Prozent gesunken war. Analysten hatten mit einem Umsatz von 30,3 Milliarden Franken gerechnet. Der Kerngewinn je Aktie sank im Halbjahr um zwei Prozent auf 10,85 Franken, legte währungsbereinigt jedoch um neun Prozent zu. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Basler Konzern. Roche rechnet weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich.

Super Micro profitiert vom KI-Boom

Der Server-Anbieter Super Micro Computer profitiert von der steigenden Nachfrage nach seinen Hochleistungsrechnern für Künstliche Intelligenz (KI). Im vierten Quartal seien Aufträge im Wert von über 60 Milliarden US-Dollar eingegangen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Daraufhin stieg der Aktienkurs im nachbörslichen Handel um 16 Prozent. KI-Infrastrukturunternehmen verzeichnen derzeit eine stark anziehende Nachfrage, da Technologieunternehmen und Cloud-Anbieter ihre Investitionen in Rechenzentren ausweiten, um große Sprachmodelle und andere KI-Anwendungen zu betreiben. Der Serverhersteller erwartet für das Ende Juni abgelaufene Quartal eine bereinigte Bruttomarge zwischen 15 und 17 Prozent, was deutlich über der bisherigen Prognose von 8,2 bis 8,4 Prozent liegt und in erster Linie auf einen günstigen Kunden- und Produktmix zurückzuführen ist.

Santander übertrifft Gewinnerwartungen dank TSB-Übernahme

Die spanische Großbank Santander hat im zweiten Quartal dank höherer Einnahmen und der Übernahme des britischen Kreditinstituts TSB mehr verdient als erwartet. Der bereinigte Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 3,77 Milliarden Euro, teilte das Geldhaus am Mittwoch mit. Analysten hatten mit 3,75 Milliarden Euro gerechnet. Getragen wurde das Ergebnis von einem Anstieg der Gebühreneinnahmen um zwölf Prozent sowie einem Plus von zehn Prozent im Kreditgeschäft. Zudem war die britische TSB erstmals in der Quartalsbilanz von Santander enthalten. Höhere Rückstellungen dämpften die Bilanz jedoch teilweise. Unter Berücksichtigung von Restrukturierungskosten von 250 Millionen Euro für den Ende April abgeschlossenen TSB-Kauf stieg der unbereinigte Nettogewinn um drei Prozent auf 3,52 Milliarden Euro.

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Texas Instruments übertrifft Erwartungen

Eine wachsende Nachfrage nach Computerchips für Rechenzentren verhilft Texas Instruments (TI) zu einem überraschend starken Quartalsergebnis. Der Umsatz sei um 23 Prozent auf 5,46 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Haviv Ilan, der Chef des Halbleiterherstellers, am Mittwoch mit. Der Gewinn je Aktie habe sich sogar um 52 Prozent auf 2,14 Dollar erhöht. Für das laufende Vierteljahr stellte Ilan Erlöse von 5,65 bis 6,15 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 2,23 und 2,57 Dollar je Aktie in Aussicht. Diese Vorhersagen übertrafen die Markterwartungen teilweise. Die TI-Aktie fiel dennoch im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 2,5 Prozent. Die Erwartungen an die Technologiebranche seien sehr hoch, sagte Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg. Daher quittierten Investoren auch solide Ergebnisse häufig mit Gewinnmitnahmen.

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Daimler Truck erhöht Prognose

Dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten erwartet der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck etwas bessere Geschäfte – und hat daher seine Prognose erhöht. „Das US-Handelsministerium habe den Antrag auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen mit Wirkung zum 1. November 2025 genehmigt“, teilte der Dax-Konzern in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit. Neben dieser für das Unternehmen positiven Entscheidung erwartet Daimler Truck jetzt in Nordamerika auch einen etwas besseren Absatz. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll der erhöhten Prognose zufolge im laufenden Jahr zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro liegen. Damit wurde die Spanne um jeweils 400 Millionen erhöht. Beim Umsatz im Industriegeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen – wurde die Zielspanne um jeweils eine Milliarde Euro auf 43 bis 47 Milliarden Euro erhöht. 2025 hatte Daimler im Industriegeschäft knapp 46 Milliarden Euro umgesetzt und dabei operativ 3,8 Milliarden Euro verdient.

Fuchs übertrifft Erwartungen und hebt Gewinnprognose an

Der Schmierstoffhersteller Fuchs hat nach einem überraschend starken ersten Halbjahr seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde 2026 voraussichtlich zwischen 460 und 480 Millionen Euro liegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend mit. Bislang war Fuchs von rund 450 Millionen Euro ausgegangen. Im zweiten Quartal übertraf der Konzern mit einem operativen Gewinn von 135 Millionen Euro die Analystenschätzungen von 108 Millionen Euro deutlich. Der Umsatz soll im Gesamtjahr unverändert deutlich über dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro liegen. Als Grund für das kräftige Plus im abgelaufenen Quartal nannte das Unternehmen Vorzieheffekte infolge des Nahost-Konflikts, Lieferprobleme bei Konkurrenten sowie organisches Wachstum. Für die zweite Jahreshälfte äußerte sich Fuchs jedoch zurückhaltender. Die Vorzieheffekte aus dem Frühjahr dürften sich nun absatzmindernd auswirken, zudem würden steigende Rohstoffpreise die Margen belasten. Das gute Ergebnis des ersten Halbjahres lasse sich daher nicht fortschreiben, hieß es weiter. Die vollständigen Zahlen für die ersten sechs Monate will der Konzern am 31. Juli vorlegen.

GEA hebt Jahresziele an

Der Anlagenbauer GEA hat nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen nun mit einem organischen Wachstum von sechs bis acht Prozent statt der bisher in Aussicht gestellten fünf bis sieben Prozent. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge vor Restrukturierungsaufwand) werde bei 17,0 bis 17,4 Prozent erwartet nach bislang 16,6 bis 17,2 Prozent, teilte GEA am Dienstagabend mit. Zudem hob der Vorstand die Prognose für die Kapitalrendite (ROCE) auf 36,0 bis 40,0 Prozent an. Im abgelaufenen Quartal übertraf der Dax-Konzern eigenen Angaben zufolge die Markterwartungen: Der Umsatz lag mit einem Plus von elf Prozent bei 1,44 Milliarden Euro, die Ebitda-Marge bei 17,4 Prozent. Der Analystenkonsens (Vara) habe bei 1,38 Milliarden Euro beziehungsweise 16,9 Prozent gelegen.

Weitere wichtige Geschäftszahlen

Die Google-Mutter Alphabet wuchs im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar Umsatz, getrieben von Werbung und Cloud. Tesla verfehlte die Gewinnerwartungen mit einem bereinigten Ergebnis von 33 Cent je Aktie (erwartet 51 Cent). IBM kappte seine Jahresziele nach einem Umsatzplus von nur einem Prozent im zweiten Quartal. Die Schweizer Bank Julius Bär erzielte einen Rekordgewinn von 673 Millionen Franken im ersten Halbjahr. Der Aufzugbauer Schindler steigerte die operative Marge auf 13,2 Prozent. Lindt & Sprüngli wuchs organisch um 4,3 Prozent, litt aber unter einem Volumenrückgang von 7,5 Prozent. Novartis übertraf die Erwartungen mit einem stabilen operativen Kerngewinn von 5,94 Milliarden Dollar. Ryanair verzeichnete einen Gewinneinbruch von 34 Prozent auf 538 Millionen Euro. Salzgitter hob nach einem Gewinnsprung die Prognose an. Wacker Neuson steigerte den Umsatz um fast 17 Prozent. Volvo (Lkw) profitierte von einer starken Nordamerika-Nachfrage. ABB verbuchte einen Rekord-Auftragseingang von 12,04 Milliarden Dollar. Johnson & Johnson hob die Jahresziele an, getrieben von Krebsmitteln. BlackRock erreichte ein Rekordverwaltungsvermögen von 15,34 Billionen Dollar.