Hundetrainerin verrät: So beruhigen Sie Ihren nervösen Hund
Hundetrainerin verrät: So beruhigen Sie Ihren nervösen Hund

Nicht jeder Hund kommt von Natur aus zur Ruhe. Manche Vierbeiner reagieren bereits auf alltägliche Geräusche oder neue Situationen mit starkem Stress. Hündin Pippa, die der PETBOOK-Autorin Nina Ponath gehört, zeigt ein typisches Beispiel: Sobald der Staubsauger läuft, springt sie durch den Raum, sucht hektisch Schutz und wirkt völlig überfordert. Hundetrainerin Conny Sporrer hat mehrere Methoden empfohlen, die Pippa geholfen haben und auch anderen nervösen Hunden Erleichterung verschaffen können.

Mehr Sicherheit durch Pheromone und Rückzugsort

Künstliche Pheromone können das Stressniveau eines Hundes senken, ohne ihn zu sedieren. Diese Duftstoffe ahmen die Botenstoffe nach, die Welpen von ihrer Mutter Sicherheit vermitteln. Laut Sporrer zeigen Studien, dass solche Pheromone Anzeichen von Stress wie Hecheln oder Unruhe verringern können. Allerdings seien sie kein Wundermittel, betont die Trainerin gegenüber PETBOOK.

Ein ebenso wichtiger Faktor ist ein fester Rückzugsort. Sporrer empfiehlt einen positiv aufgebauten Kennel, der wie eine geschützte Höhle wirkt. Der Hund sollte diesen Ort freiwillig aufsuchen und dort Ruhe finden dürfen – nie als Strafe hineingeschickt werden. „Der Kennel muss ein Ort der Sicherheit sein, nicht der Bestrafung“, so Sporrer.

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Reize gezielt reduzieren: Ohren, Augen und Klang

Bei Gewitter oder Silvesterknallern kann es helfen, Geräusche abzuschwächen. Sporrer rät, dem Hund vorsichtig Wattepads in die Ohren zu stecken und einen Schlauchschal über den Kopf zu ziehen, um die Geräuschkulisse zu dämpfen. Alternativ gibt es speziellen Gehörschutz für Hunde oder schalldämmende Hundehütten, die bei extremen Ereignissen Schutz bieten.

Auch beruhigende Musik kann sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass der Hund den Klang mit Entspannung verknüpft – etwa durch regelmäßiges Abspielen in ruhigen Momenten. Zusätzlich lohnt es sich, visuelle Reize zu reduzieren. Eine Sichtschutzfolie am Fenster verhindert, dass der Hund ständig auf Bewegungen draußen reagiert. Ein ruhiger Liegeplatz, möglichst ohne Durchgangsverkehr, unterstützt diese Maßnahme zusätzlich.

Geistige Auslastung statt wildem Toben

Vor allem geistige Beschäftigung hilft vielen nervösen Hunden beim Abschalten. Suchspiele oder kurze Nasenarbeit fordern die Konzentration und sorgen oft dafür, dass der Hund anschließend leichter zur Ruhe kommt. „Schon zehn Minuten geistige Arbeit reichen häufig aus“, erklärt Sporrer. Diese sei meist sinnvoller als wildes Toben, das manche Hunde noch weiter aufdreht und den Stresspegel erhöht.

Nicht jeder Hund wird von Natur aus gelassen sein. Manche Tiere nehmen ihre Umgebung besonders intensiv wahr und reagieren empfindlicher auf Reize. Mit passenden Rückzugsorten, reduzierten Reizen und ruhiger Beschäftigung lässt sich der Alltag für viele Vierbeiner dennoch deutlich entspannter gestalten. Die Methoden von Conny Sporrer bieten praktische Ansätze, um nervösen Hunden mehr Sicherheit und Ruhe zu geben.

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