Der Trend zur „Coolcation“ lockt derzeit viele Urlauber in den Norden. Nach vier Tagen in Kopenhagen versteht TRAVELBOOK-Autorin Emilia Wolf, warum. Die Mischung aus historischer Altstadt, entspannter Atmosphäre und kurzen Wegen macht die Stadt besonders. Wer vorher weiß, worauf er sich einstellen muss, erlebt aber deutlich weniger Überraschungen.
Kopenhagen kostet spürbar mehr
Schon bei der Hotelsuche fiel auf, dass die Preise über denen vieler anderer europäischer Städte liegen. Vor Ort setzte sich dieser Eindruck fort. Im Vergleich zu Schweden wirkte Kopenhagen für mich noch einmal deutlich teurer – ungefähr 15 bis 20 Prozent.
Besonders Restaurants, Cafés und Hotels schlagen in Dänemarks Hauptstadt stärker zu Buche. Höhere Steuern und ein höheres Lohnniveau sorgen dafür, dass viele Angebote mehr kosten als in Deutschland. Teilweise liegen die Preise in der Gastronomie und bei Unterkünften um 50 bis 60 Prozent höher als in vergleichbaren deutschen Betrieben.
Trotzdem muss ein Besuch nicht am Budget scheitern. Sehenswürdigkeiten wie die Kleine Meerjungfrau oder die Wachablösung am Schloss Amalienborg kosten keinen Eintritt. Wer Anreise und Hotel früh bucht, kann ebenfalls sparen.
Fahrräder bestimmen den Alltag
Die größte Umstellung im Alltag war für mich der Verkehr. In Kopenhagen haben Fahrräder klar Vorrang. Das gilt nicht nur gegenüber Autos, sondern oft auch gegenüber Fußgängern.
Anfangs dachte ich, die kompakte Innenstadt problemlos zu Fuß erkunden zu können. Schnell wurde klar: Mit dem Fahrrad kommt man meist einfacher und schneller ans Ziel. Deshalb lohnt es sich, für ein oder zwei Tage ein Rad auszuleihen. Besonders schön ist die Strecke zum Amager Strand, der rund 30 Minuten vom Zentrum entfernt liegt und mit fast fünf Kilometern Länge zu den größten Stränden der Stadt gehört.
Christiania lebt nach eigenen Regeln
Ein weiterer Höhepunkt ist Christiania. Die 1971 gegründete Freistadt auf einem ehemaligen Militärgelände unterscheidet sich deutlich vom restlichen Kopenhagen. Bunte Häuser, kleine Cafés und eine alternative Atmosphäre prägen das Viertel.
Lange wurde der offene Marihuana-Handel in der bekannten „Pusher Street“ weitgehend geduldet. 2024 schloss die Polizei den Drogenmarkt, heute wird der Drogenkonsum strenger kontrolliert. Ungewöhnlich bleibt Christiania dennoch: Autos sind verboten, private Hausbesitzer gibt es nicht, Wohnungen werden innerhalb der Gemeinschaft vergeben.
Nach nur vier Tagen war für mich klar: Kopenhagen ist teuer, fahrradverrückt und voller Gegensätze. Gerade diese Mischung macht den besonderen Charme der dänischen Hauptstadt aus – und sorgt dafür, dass eine Reise dorthin lange in Erinnerung bleibt.



