75 Jahre Altmühltal-Tourismus: Von Faltbooten bis VR
75 Jahre Altmühltal: Von Faltbooten bis VR

Der Tourismus im Altmühltal feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Was einst mit einfachen Faltbooten begann, hat sich zu einer modernen Tourismusregion entwickelt, die nun sogar Virtual Reality (VR) einsetzt. Der Tourismusverband Altmühltal zieht Bilanz und wagt einen Blick in die Zukunft.

Vom Faltboot zum High-Tech-Erlebnis

Im Jahr 1950 wurde der Fremdenverkehrsverband Altmühltal gegründet – damals noch mit dem Ziel, die Region für Kanufahrer attraktiv zu machen. Die ersten Urlauber kamen mit Faltbooten, die sie auf den Altmühlsee und die Altmühl brachten. Heute, 75 Jahre später, ist das Angebot kaum wiederzuerkennen: Neben klassischen Wander- und Radwegen locken digitale Angebote wie Virtual-Reality-Touren durch Burgen und Naturdenkmäler.

„Die Entwicklung ist beeindruckend“, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbands, Martin Schmidt. „Aus den bescheidenen Anfängen mit ein paar Dutzend Booten ist eine der führenden Ferienregionen Bayerns geworden.“ Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Region über 1,2 Millionen Übernachtungen – ein Rekordwert.

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Jubiläumsprogramm und neue Technologien

Zum Jubiläum hat der Verband ein umfangreiches Programm aufgelegt: von historischen Faltboot-Touren über geführte Wanderungen bis hin zu Workshops, in denen Besucher die VR-Brillen testen können. „Wir wollen zeigen, wie Tradition und Innovation zusammengehen“, erklärt Schmidt. Die VR-Angebote wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Entwicklern erstellt und ermöglichen es, beispielsweise die Burg Prunn virtuell zu erkunden.

Doch nicht alles ist digital: Der Verband setzt weiterhin auf Nachhaltigkeit. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Anlegestellen renaturiert und ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept eingeführt. „Wir müssen die Natur schützen, die unsere Attraktion ist“, betont Schmidt.

Wirtschaftliche Bedeutung und Herausforderungen

Der Tourismus ist für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben des Verbands sichert er rund 8.000 Arbeitsplätze und generiert eine Wertschöpfung von etwa 300 Millionen Euro pro Jahr. Doch es gibt auch Herausforderungen: Der Klimawandel macht sich bemerkbar, und der Fachkräftemangel trifft auch die Tourismusbranche.

Um zukunftsfähig zu bleiben, setzt der Verband auf Digitalisierung und Qualität. So sollen neue Übernachtungsformen wie Glamping und Tiny Houses angeboten werden, und die Gastronomie wird auf regionale Produkte umgestellt. „Wir müssen uns ständig neu erfinden, ohne unseren Charakter zu verlieren“, sagt Schmidt.

Blick in die Zukunft

Die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen ziehen sich über das ganze Jahr. Höhepunkt ist ein großes Fest am 15. August in Eichstätt mit historischen Booten und einer Multimedia-Show. Der Verband hofft, damit auch jüngere Gäste anzusprechen. „Virtual Reality ist nur der Anfang“, kündigt Schmidt an. „Wir arbeiten bereits an Augmented-Reality-Anwendungen für Wanderwege.“

Die nächsten 75 Jahre können also kommen – das Altmühltal bleibt ein Vorreiter im Tourismus.

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