Wer Teneriffa kennt, weiß: Die Insel ist wunderschön, aber im Sommer oft überfüllt. Doch es gibt Alternativen, die ähnlich viel zu bieten haben, aber deutlich ruhiger sind. Wir stellen fünf Inseln vor, die als Reiseziel genauso lohnenswert sind.
La Gomera: Natur pur und Wanderparadies
La Gomera liegt nur eine kurze Fährfahrt von Teneriffa entfernt, ist aber eine Welt für sich. Die Insel ist bekannt für ihre üppigen Lorbeerwälder, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören, und ihre tiefen Schluchten. Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Der berühmte Garajonay-Nationalpark bietet zahlreiche Wege durch märchenhafte Wälder. Im Gegensatz zu Teneriffa gibt es hier keine Massentourismus-Hochburgen, sondern kleine, ursprüngliche Dörfer.
Die Einheimischen pflegen eine besondere Tradition: die „Silbo Gomero“, eine Pfeifsprache, die über Täler hinweg kommuniziert. Diese kulturelle Besonderheit macht La Gomera zu einem authentischen Erlebnis. Die Insel ist zudem autofrei und ideal für alle, die Ruhe und Natur suchen.
Madeira: Blumeninsel mit atemberaubenden Levadas
Madeira, oft als „Blumeninsel“ bezeichnet, ist ein weiteres Juwel im Atlantik. Sie ist bekannt für ihre spektakulären Levadas – Bewässerungskanäle, die zu Wanderwegen ausgebaut wurden. Diese Pfade führen durch Lorbeerwälder, vorbei an Wasserfällen und bieten immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Küste. Die Hauptstadt Funchal bezaubert mit ihren bunten Gärten, dem Mercado dos Lavradores und der berühmten Seilbahn, die hinauf zum Monte führt.
Anders als Teneriffa ist Madeira grüner und bergiger. Das milde Klima ermöglicht ganzjährig Aktivitäten. Auch kulinarisch hat die Insel einiges zu bieten: Das berühmte Espetada (Fleischspieß) und der Madeirawein sind nur zwei Spezialitäten, die man probieren sollte.
Kapverden: Exotik und Entspannung pur
Wer es exotischer mag, für den sind die Kapverden eine ideale Alternative. Die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas bietet weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und eine entspannte Atmosphäre. Die Insel Sal ist besonders bei Badeurlaubern beliebt, während São Vicente mit seinem Musik- und Kulturangebot punktet. Die Kapverden sind weniger touristisch erschlossen als Teneriffa, bieten aber dennoch eine gute Infrastruktur.
Die kreolische Kultur, die Musik (Morna und Coladeira) und die freundlichen Menschen machen den Charme der Inseln aus. Auch Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten: Surfen, Tauchen und Windsurfen sind hervorragend möglich. Die Kapverden sind das ganze Jahr über ein Ziel, wobei die Wassertemperaturen selten unter 22 Grad sinken.
Azoren: Unberührte Natur und Vulkane
Die Azoren, mitten im Atlantik gelegen, sind ein Geheimtipp für Naturliebhaber. Die neun Inseln bieten eine atemberaubende Vulkanlandschaft mit Kraterseen, heißen Quellen und grünen Hügeln. São Miguel, die größte Insel, beeindruckt mit dem Lagoa das Sete Cidades, einem Doppelsee in einem Vulkankrater. Die Azoren sind bekannt für ihre Walbeobachtungstouren, bei denen man Pottwale und Delfine in freier Wildbahn sehen kann.
Die Inseln sind weniger bekannt und daher noch ursprünglicher als Teneriffa. Die Küche ist einfach, aber köstlich: Frischer Fisch, Ananas und Käse aus eigener Produktion. Die Azoren eignen sich perfekt für Wanderungen, aber auch für entspannte Tage in kleinen Küstenorten. Die Anreise ist zwar etwas länger, aber das unberührte Naturerlebnis entschädigt dafür.
Lanzarote: Vulkanische Wüstenlandschaft und Kunst
Lanzarote, die nordöstlichste der Kanarischen Inseln, ist eine weitere Alternative zu Teneriffa. Sie ist geprägt von einer einzigartigen vulkanischen Wüstenlandschaft, die an eine Mondoberfläche erinnert. Der Timanfaya-Nationalpark ist das Herzstück der Insel, wo man bei geführten Touren die Geysire und heißen Erdstellen bestaunen kann. Die Architektur von César Manrique, einem berühmten Künstler, fügt sich harmonisch in die Natur ein und schafft ein besonderes Ambiente.
Lanzarote ist weniger grün als Teneriffa, aber dafür einzigartig in ihrer Landschaft. Die Strände sind meist aus dunklem Vulkansand, was ein besonderes Badeerlebnis bietet. Die Insel ist auch für ihre Weingüter bekannt, die in der Nähe des Vulkans Trauben anbauen. Ein Besuch der Weinregion La Geria ist ein Muss für Genießer. Lanzarote ist ideal für alle, die Kunst, Natur und Ruhe verbinden möchten.
Diese fünf Inseln zeigen: Es gibt viele Alternativen zu Teneriffa, die ähnlich schön, aber weniger überlaufen sind. Ob Natur, Kultur oder Entspannung – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Also, warum nicht beim nächsten Urlaub eine dieser Inseln entdecken?



