Venedig erzielt Rekordeinnahmen: Fünf Millionen Euro durch Eintrittsgeld
Venedig: Fünf Millionen Euro durch Touristen-Eintrittsgeld

Mehr als fünf Millionen Euro hat Venedig in diesem Jahr mit seinem Eintrittsgeld für Tagesbesucher eingenommen. Die Lagunenstadt zählte über 650.000 zahlende Gäste, die an insgesamt 60 Tagen zwischen April und Juli zehn Euro Eintritt zahlten – wer frühzeitig buchte, kam mit fünf Euro davon. Die Einnahmen liegen auf Rekordniveau, die genaue Summe soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Im Vorjahr waren es 5,4 Millionen Euro, im Jahr davor 2,2 Millionen.

Eintrittsgeld als Dauerlösung gegen Massentourismus

Offiziell handelt es sich bei der Gebühr noch um eine Testphase, doch die Stadt leidet so stark unter Massentourismus, dass eine dauerhafte Regelung absehbar ist. Seit 2014 erhebt Venedig als erste Stadt weltweit Eintritt für den Besuch der Altstadt – ähnlich wie in einem Museum. Seither sind die Besucherzahlen nicht zurückgegangen, was Kritik hervorruft. Die Regelung gilt nur für Tagesbesucher; wer länger bleibt, zahlt eine Übernachtungssteuer.

Bürgermeister fordert deutlich höhere Preise

Der neue Bürgermeister Simone Venturini hat bereits eine Erhöhung ins Spiel gebracht. Er schlug vor, an bestimmten Terminen zwischen 30 und 50 Euro zu verlangen. Allerdings liegt die Entscheidung nicht allein bei der Stadt – auch die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom müsste zustimmen. Einem noch höheren Eintritt stehen auch verfassungsrechtliche Bedenken gegenüber: Experten fürchten, dass eine Gebühr von 50 Euro als Einschränkung der Bewegungsfreiheit interpretiert werden könnte.

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Tourismusflut und Bevölkerungsrückgang

Venedig gehört zu den Städten Europas, die viel Geld mit Tourismus verdienen, aber auch schwer unter den Folgen leiden. Der Zustand mancher Häuser und die Müllberge zeugen von der Belastung. In der Altstadt gibt es inzwischen deutlich mehr Hotelbetten als Einwohner: Weniger als 50.000 Menschen leben dort – ein krasser Gegensatz zu den Millionen von Touristen, die jedes Jahr die Kanäle und Sehenswürdigkeiten wie den Markusplatz oder die Rialtobrücke besuchen. Ob die geplante Preiserhöhung die Massen wirklich bremsen kann, bleibt abzuwarten.

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