Die Polizei im Saarland hat Details zu einem ungewöhnlichen Fund bekannt gegeben: Ein 24-jähriger Mann hatte in seiner Wohnung in St. Ingbert radioaktive Mineralien gelagert und verarbeitet. Nach Angaben von Jens Heinrich von der Landespolizeidirektion des Saarlandes war der Mann der Polizei zuvor nicht bekannt. Bei dem Einsatz am Dienstag zeigte er sich den Beamten gegenüber vollständig kooperativ.
„Entartetes Hobby“: Radioaktive Mineralien in Mehrfamilienhaus
Die Mineralien wurden in einem Mehrfamilienhaus entdeckt. Die Polizei geht von einem „entarteten Hobby“ aus, wie Heinrich sagte. Der Mann sei Teil einer Community, die sich für alte Grubenanlagen und radioaktives Gestein interessiere. In sozialen Medien habe er dort einen „Influencer-Status“ gehabt.
Hinweise aus dem Umfeld führten zu dem Fund
Die Ermittler hatten Hinweise aus dem Umfeld des Mannes erhalten, die zu dem Einsatz führten. Die genaue Menge und die Art der radioaktiven Mineralien sind Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Behörden prüfen derzeit, ob von den Substanzen eine Gefahr für die Bewohner des Hauses oder die Umgebung ausging.
Experten warnen vor Gesundheitsrisiken
Radioaktive Mineralien können je nach Dosis und Expositionsdauer gesundheitsschädlich sein. Die Polizei hat Spezialkräfte hinzugezogen, um die Substanzen sicher zu bergen. Die Wohnung wurde vorübergehend gesperrt, weitere Bewohner des Hauses wurden vorsorglich informiert.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf eine Nischen-Community, die sich mit Bergbaugeschichte und Mineralien beschäftigt. In Foren und sozialen Netzwerken tauschen sich Sammler über Fundorte und Methoden aus. Experten raten jedoch dringend davon ab, radioaktive Materialien ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zu lagern oder zu verarbeiten.
Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob gegen den 24-Jährigen Anklage erhoben wird. Mögliche Delikte sind Verstöße gegen das Atomgesetz oder die Gefährdung von Mitmenschen.



