Die Deutsche Bahn wird immer unpünktlicher – und genau das können Reisende nun legal ausnutzen. Ein neuer Spar-Trick verspricht enorme Ersparnisse: Für nur 21 Euro lässt sich ein Gegenwert von über 200 Euro herausholen. Der BILD-Sparfochs hat die Methode mit echten Buchungen getestet und verrät, wie sie funktioniert. Ein Experte bestätigt: Der Kniff verstößt nicht gegen die AGBs der Bahn.
Die Idee hinter dem Trick
Die Bahn lockt mit Sparpreisen ab 6,99 Euro, gleichzeitig steigt die Zahl der Verspätungen. Genau diese Kombination macht den Trick möglich. Der Sparfochs nutzt die offiziellen Entschädigungsregeln der Bahn: Bei Verspätungen ab 60 Minuten gibt es 25 Prozent des Ticketpreises zurück, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent. Doch der Clou liegt woanders: Man bucht gezielt mehrere günstige Tickets für eine Strecke, die oft verspätet ist, und kassiert bei jeder Fahrt die Entschädigung.
So funktioniert die Strategie im Detail
Der Sparfochs hat die Methode mit echten Buchungen getestet. Er kaufte für eine Strecke, die statistisch häufig Verspätungen aufweist, mehrere Tickets im Sparpreis. Bei jeder Fahrt, die mehr als eine Stunde zu spät kam, beantragte er die Erstattung. Über mehrere Fahrten summierte sich die Erstattung auf über 200 Euro – bei Gesamtkosten von nur 21 Euro für die Tickets. Das entspricht einer Ersparnis von über 950 Prozent.
Warum ist das legal?
Ein Experte für Bahnrecht bestätigt: Die Methode verstößt nicht gegen die AGBs der Bahn. Die Entschädigungsregeln sind Teil der Fahrgastrechte und gelten für jeden Reisenden, unabhängig davon, wie oft er sie in Anspruch nimmt. Solange die Tickets regulär gekauft und die Fahrten tatsächlich angetreten werden, ist der Trick legal. Der Experte betont jedoch: „Es handelt sich um eine legale Ausnutzung von Verspätungen, aber nicht um Betrug.“
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der Sparfochs erklärt die Strategie Schritt für Schritt: Zuerst wählt man eine Strecke mit bekanntermaßen hoher Verspätungsquote. Dann bucht man mehrere Sparpreis-Tickets für verschiedene Tage. Nach jeder Fahrt prüft man die tatsächliche Ankunftszeit und beantragt bei Verspätung ab 60 Minuten die Erstattung. Die Erstattung erfolgt in der Regel automatisch auf das Konto. Wichtig ist, die Tickets nicht zu stornieren, sondern die Fahrt tatsächlich anzutreten – sonst verfällt der Anspruch.
Vielfahrer können alte Tickets recyceln
Besonders Vielfahrer profitieren von dieser Strategie. Sie können alte Tickets, die sie bereits gekauft haben, aber nicht mehr nutzen, „recyceln“, indem sie die Fahrt antreten und bei Verspätung die Entschädigung kassieren. So wird aus einem ungenutzten Ticket ein kleiner Gewinn. Der Sparfochs hat auch das getestet: Er nutzte ein altes Ticket, das er eigentlich nicht mehr benötigte, und erhielt nach einer verspäteten Fahrt 25 Prozent zurück.
Kritik und Einschränkungen
Doch der Trick hat auch Grenzen. Die Bahn hat die Entschädigungsregeln in den letzten Jahren angepasst – bei extremen Verspätungen gibt es seit 2023 eine vereinfachte Erstattung, aber die Grundregeln bleiben. Zudem ist die Strategie zeitaufwendig, da man die Fahrten tatsächlich antreten muss. Wer nur auf die Erstattung spekuliert, ohne zu fahren, riskiert, dass die Bahn die Regeln verschärft. Der Experte rät daher, die Methode verantwortungsvoll zu nutzen.
Fazit: Ein legaler Weg zu günstigerem Reisen
Der Spar-Trick zeigt, wie man von der Unpünktlichkeit der Bahn profitiert, ohne gegen Regeln zu verstoßen. Für 21 Euro einen Gegenwert von über 200 Euro zu erhalten, ist eine beachtliche Ersparnis. Wer die Strategie richtig anwendet, kann seine Reisekosten deutlich senken. Die Bahn selbst sieht die Entwicklung gelassen – schließlich sind die Entschädigungszahlungen Teil des Serviceversprechens. Für Reisende bleibt der Tipp: Bei Verspätungen immer die Erstattung beantragen, auch bei Sparpreisen.



