AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt: Stasi, Drogen und Rassismus
AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt: Stasi, Drogen, Rassismus

Eine umfassende SPIEGEL-Recherche hat die Kandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt durchleuchtet und dabei erschreckende Details ans Licht gebracht. Die Analyse offenbart, dass zahlreiche Bewerber der rechtspopulistischen Partei extreme persönliche Hintergründe aufweisen, darunter Stasi-Verstrickungen, Drogenprobleme und die Teilnahme an rassistischen Ritualen. Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die Radikalität, mit der die AfD in diesem Bundesland an die Macht strebt.

Stasi-Verstrickungen und Drogenprobleme

Laut der Recherche des SPIEGEL sind mehrere AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt mit der ehemaligen DDR-Staatssicherheit verbunden. Einige Bewerber sollen in der Vergangenheit als inoffizielle Mitarbeiter (IM) für die Stasi tätig gewesen sein. Zudem wurden bei einigen Kandidaten Drogenprobleme dokumentiert, die bis zu schweren Suchterkrankungen reichen. Die Recherche stützt sich auf öffentliche Dokumente, Parteimitgliederaussagen und frühere Medienberichte.

Ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt wollte sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern und verwies auf die Unschuldsvermutung. „Wir prüfen alle Vorwürfe sorgfältig, aber viele dieser Anschuldigungen sind altbekannt und wurden bereits widerlegt“, so der Sprecher.

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Rassistische Rituale in der Altmark

Besonders brisant sind die Enthüllungen über rassistische Rituale, die in der Altmark von AfD-Mitgliedern durchgeführt worden sein sollen. Demnach hätten Kandidaten an Veranstaltungen teilgenommen, bei denen fremdenfeindliche Lieder gesungen und rechtsextreme Symbole gezeigt wurden. Diese Vorfälle sollen sich in den Jahren 2023 und 2024 ereignet haben und wurden durch Zeugenaussagen und Fotos belegt.

Die Recherche zeigt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt eine besonders radikale Fraktion beherbergt. Von den insgesamt 40 untersuchten Kandidaten wiesen laut SPIEGEL mindestens 15 belastende biografische Elemente auf. Dies entspricht einem Anteil von 37,5 Prozent, der selbst für AfD-Verhältnisse als extrem hoch gilt.

Reaktionen und politische Auswirkungen

Die Enthüllungen haben in der politischen Landschaft Sachsen-Anhalts für Aufsehen gesorgt. Vertreter von CDU, SPD und Linken forderten eine lückenlose Aufklärung. „Diese Recherche zeigt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt eine Gefahr für unsere demokratische Kultur darstellt“, sagte ein Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Die AfD selbst wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer „Schmutzkampagne“ des SPIEGEL.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht im Jahr 2026 an, und die AfD hofft, ihre Position als zweitstärkste Kraft zu festigen. Die aktuellen Umfragen sehen die Partei bei etwa 22 Prozent. Ob die Enthüllungen das Wählerverhalten beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Radikalität der Kandidaten die Debatte um ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD neu entfachen könnte.

Hintergrund der Recherche

Die SPIEGEL-Redaktion hat für die Recherche öffentlich zugängliche Quellen, Parteidokumente und Interviews mit ehemaligen Parteimitgliedern ausgewertet. Die Autoren Astrid Geisler, Johannes Grunert, Nils Lenthe, Ann-Katrin Müller und Sven Röbel betonen, dass die Ergebnisse repräsentativ für die Personaldecke der AfD in Sachsen-Anhalt seien. Die vollständige Liste der belasteten Kandidaten wurde aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht, aber die Redaktion sichert zu, dass alle Vorwürfe durch Fakten gestützt sind.

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