AfD-Delegierte tricksen Demonstranten aus: Parteitag in Erfurt startet pünktlich
AfD-Parteitag in Erfurt startet trotz Protesten pünktlich

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt ist trotz angekündigter Massenproteste und Blockadeversuche pünktlich um 10 Uhr gestartet. Die Delegierten umgingen die Blockaden, indem sie bereits in den frühen Morgenstunden zu den Treffpunkten außerhalb der Stadt fuhren und von der Polizei eskortiert wurden. Nach Angaben der Polizei versammelten sich 31.000 Menschen zu den Protesten, das Bündnis „Widersetzen“ sprach sogar von mindestens 50.000 Teilnehmern.

Frühes Aufstehen der Delegierten vereitelt Blockadepläne

Bereits vor 4 Uhr morgens sammelten sich die ersten AfD-Delegierten an Treffpunkten weit außerhalb Erfurts. Hunderte fuhren mit Reisebussen, von der Polizei begleitet, zum Messegelände. Das Kalkül: den angekündigten Blockaden zuvorkommen. Wochenlang waren massive Proteste angekündigt worden, mit dem erklärten Ziel, den Parteitag notfalls durch Blockaden zu verhindern. Doch die Delegierten standen zu früh auf. Gegen 5 Uhr befanden sich bereits 540 der knapp 600 Delegierten auf dem Gelände.

Breites Bündnis protestiert friedlich

Zu den Protesten mobilisierten nicht nur linke Bündnisse, sondern auch etablierte Politiker. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt bezeichnete die Proteste gegenüber dem RND als „großes Fest der Demokratie“ und kündigte an, der Protest werde laut, bunt und für alle offen sein. Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer schloss sich den Aufrufen zu zivilem Ungehorsam an. Die Demonstranten zeigten sich vielfältig: Gewerkschafter, Omas gegen Rechts, Studenten, Antifa. Eine Samba-Gruppe in Pink sorgte mit Trommeln für Stimmung, der DGB breitete eine übergroße Regenbogenfahne aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Polizei verhindert Blockaden mit Großaufgebot

Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent: Dicht an dicht reihten sich Polizeifahrzeuge entlang der Zufahrtsstraßen, knapp ein Dutzend Wasserwerfer und mehrere gepanzerte Fahrzeuge waren im Einsatz. Das Konzept ging auf. Co-Vorsitzender Tino Chrupalla triumphierte in seinem Grußwort: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Die „Randalierer der Antifa“ hätten ihre eigene Störaktion „verschlafen“. Im Vergleich zum Vorjahr in Riesa, wo Proteste den Beginn um zwei Stunden verzögerten und sogar Alice Weidels Auto blockiert wurde, verlief der Start diesmal reibungslos.

Autobahnblockade auf der A71

Aktivisten nutzten die Gelegenheit für Blockaden auf der bereits gesperrten Autobahn A71. Gegen 6.30 Uhr besetzten mehr als tausend Menschen nördlich des Erfurter Kreuzes alle vier Fahrspuren. Die Blockade war zur Spontandemonstration geworden, da gerichtliche Entscheidungen die Allgemeinverfügung mit Demonstrationsverboten gekippt hatten. Die Polizei sah von einer Räumung ab. Als die Nachricht durchsickerte, dass der Parteitag planmäßig stattfand, verließen einige Aktivisten entmutigt den Blockadezug. „Am Ende hat die AfD gewonnen“, sagte ein Teilnehmer zu seinen Freunden.

Vereinzelte Ausschreitungen und Flaschenwürfe

Ganz ohne Ausschreitungen blieb es nicht. Zwei Journalisten wurden Polizeiangaben zufolge mit Flaschenwürfen verletzt, weil Demonstranten sie als YouTuber eines rechten Videokanals erkannt hatten. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um den Betroffenen zu helfen. Auf dem Gothaer Platz in Erfurt versuchten acht Aktivisten, sich an die Straßenbahngleise zu kleben, was verhindert werden konnte. In der Messehalle ertönte während der Wahl des Bundesvorstands die Melodie des „Imperial March“ aus Star Wars, gespielt auf einer Blockflöte. Sicherheitskräfte durchsuchten die Tribüne, doch der Täter blieb unbekannt.

Unterstützung aus anderen Bundesländern

Thüringen wurde bei dem Einsatz von Kräften aus acht Bundesländern und der Bundespolizei unterstützt. Erstmals kam auch eine mobile Drohnenabwehr zum Einsatz. Die Blockade einer Straße im Stadtteil Bindersleben musste von der Polizei gewaltsam geräumt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration