RND korrigiert Podcast: Falsche Döpfner-Drohung gegen Merz eingeräumt
RND korrigiert Podcast zu angeblicher Döpfner-Drohung gegen Merz

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hat eine Richtigstellung zu einem Podcast veröffentlicht, in dem der Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner beschuldigt wurde, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt zu haben. In der ersten Folge des Politik-Podcasts „Wenn Sie wüssten …“ war der Verdacht geäußert worden, Döpfner habe in zwei Vieraugengesprächen versucht, Merz zur Aufgabe der Brandmauer gegen die AfD zu bewegen. Nachdem Merz dies zurückgewiesen habe, soll Döpfner gesagt haben: „Das werden Sie noch bereuen.“

Der Axel-Springer-Verlag widersprach der Darstellung umgehend und bezeichnete die Unterstellung, Döpfner habe den Kanzler zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, als „glatte Lüge“. Der kolportierte Gesprächsverlauf kursiere bereits seit November 2025 in Berliner Journalistenkreisen. Der Verlag veröffentlichte zudem eine SMS, die ein ZDF-Journalist am 9. Dezember 2025 um 11.56 Uhr an Döpfner weitergeleitet hatte und die den angeblichen Gesprächsverlauf schildert.

RND räumt Fehler ein

In einer ersten Klarstellung am Donnerstag räumte RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck ein, man habe im Podcast ein Gespräch zeitlich falsch zugeordnet. Vizeregierungssprecher Sebastian Hille hatte zuvor in der Bundespressekonferenz auf die Frage nach dem Treffen von Merz und Döpfner im Kanzleramt und einer angeblichen Drohung lediglich von „absurden Gerüchten“ gesprochen. Inzwischen hat Regierungssprecher Stefan Kornelius laut RND bestätigt, dass es „in diesem Frühjahr“ ein Gespräch zwischen Kanzler und Döpfner gegeben habe. Die Wiedergabe des Gesprächs im Podcast sei jedoch „nicht korrekt“.

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In einer überarbeiteten Version ihrer Klarstellung – nun als „Richtigstellung“ betitelt – räumt Quadbeck am Samstag ein, man habe keine weiteren Quellen und Belege für die im Podcast verbreiteten Aussagen von Merz und Döpfner gefunden. Die bisherigen Quellen blieben zwar bei ihrer Darstellung zum Dissens um die Brandmauer zur AfD, doch ohne weitere Bestätigung hätte man „den Verdacht, Merz und Döpfner hätten sich wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen“, so die RND-Chefredakteurin. Das Döpfner zugeschriebene Zitat sei zudem Grundlage dafür gewesen, dass im Podcast gemutmaßt wurde, es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben. „Auch die Mutmaßungen hätten wir nicht anstellen dürfen“, so Quadbeck: „Diesen Fehler bedauern wir.“

Hintergrund des Streits

Der Podcast, in dem neben Quadbeck auch der Dokumentarfilmer Stephan Lamby und Kristina Dunz aus dem RND-Hauptstadtbüro zu hören waren, hatte für erhebliche Aufregung gesorgt. Die angebliche Drohung Döpfners wurde in Medien und Politik breit diskutiert. Der Axel-Springer-Verlag bestritt die Vorwürfe vehement und forderte das RND zur Richtigstellung auf. Nun kommt das RND dieser Forderung nach und bedauert die Verbreitung der nicht ausreichend belegten Behauptungen.

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