Kurz vor Eintreffen von Alice Weidel beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt eskalierte die Situation in der Innenstadt. Ein Journalist wurde von Gegendemonstranten attackiert, zu Boden getreten und blutig geschlagen. Wie BILD erfuhr, handelt es sich bei dem Opfer um Jonas Aston, Autor bei „Apollo News“. Die Angreifer ließen nicht locker, brachten den Mann mehrfach zu Boden, traten und beschimpften ihn und brüllten „Nazis raus!“. Aston floh, wurde von rund 30 Personen verfolgt, stürzte und rettete sich schließlich hinter eine Polizeiabsperrung.
Blutiger Angriff auf Apollo-News-Reporter
Der Reporter lag am Boden, während Radikale auf ihn eintraten. „Apollo News“ bestätigte, dass sein Team bei der Berichterstattung über die Antifa-Proteste „attackiert und blutig geschlagen“ wurde. Einer der Journalisten erlitt eine Platzwunde am Kopf. Laut der Plattform ist Aston Jura-Student aus Jena (Thüringen) und schrieb bereits für „Tichys Einblick“ oder „Pleiteticker.de“. Seine Beiträge für „Apollo News“ drehen sich meist um Straf- und Gewalttaten von Migranten sowie um Geschehnisse im AfD-Umfeld.
Apollo News dem rechten Medienspektrum zugeordnet
„Apollo News“ bezeichnet sich selbst als Deutschlands mit Abstand jüngste professionelle Redaktion. Man arbeite gegen „die Mächtigen“ und richte sich an ein mündiges, bürgerliches Publikum. Die Plattform wird dem politisch rechten Lager zugeordnet. Laut MDR zeigen viele Autoren eine „stark libertäre und teils rechtspopulistische Ausrichtung“. Stefan Niggemeier bezeichnete „Apollo News“ auf „Übermedien“ als rechtes Alternativmedium. Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge verbreite die Plattform teils Desinformationen und extrem rechte Narrative, wobei die Grenzen zwischen seriösem Journalismus und manipulativen Inhalten verschwimmen würden.
Wurde der Reporter von Linken erkannt?
Mehrere Quellen im Netz mutmaßen, dass es sich bei dem Namen Jonas Aston um ein Pseudonym handeln könnte. Dagegen spricht, dass er in den Profilen offen sein Gesicht zeigt. Unklar ist, ob der Journalist in Erfurt angegriffen wurde, weil er als mutmaßlich Rechter von den Demonstranten erkannt wurde – oder ob er zufällig zum Opfer wurde.
AfD-Parteitag in Erfurt
In der Erfurter Messehalle fand am Samstag der Bundesparteitag der AfD statt. Die Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla stellten sich der Wiederwahl, der gesamte Parteivorstand musste turnusgemäß neu gewählt werden. Thüringens AfD-Chef und Rechtsextremist Björn Höcke war vor Ort. Es gab massive Protestaktionen aus dem linken Spektrum. Bis zu 50.000 Teilnehmer wurden zu den zahlreichen Aktionen in der Landeshauptstadt erwartet, weshalb viele AfD-Delegierte bereits ab 4 Uhr morgens von der Polizei in Bussen zur Messe gebracht wurden.



