AfD-Parteitag in Erfurt: Machtkampf zwischen Weidel und Chrupalla erwartet
AfD-Parteitag: Machtkampf zwischen Weidel und Chrupalla

Das Harmoniespektakel der vergangenen Vorstandswahlen dürfte sich am Samstag in Erfurt nicht wiederholen. Als die AfD-Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla vor zwei Jahren in Essen bestätigt wurden, lag Weidel mit 79,77 Prozent zwar hinter Chrupalla, der auf 82,72 Prozent der Delegiertenstimmen kam. Doch die Einheits-Show der Parteivorsitzenden konnte nicht einmal das trüben. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass die Stimmung gekippt ist. Mehrere Landesverbände haben bereits öffentlich Kritik an der Doppelspitze geübt. Besonders umstritten ist die Frage, ob Weidel und Chrupalla erneut gemeinsam antreten sollen oder ob es zu einer Kampfkandidatur kommt.

Unzufriedenheit in den eigenen Reihen

Intern wird vor allem die mangelnde strategische Ausrichtung der Partei kritisiert. Einige Delegierte fordern eine klarere Positionierung in der Migrations- und Europapolitik. „Die Basis erwartet klare Kante, aber die Führung laviert herum“, zitiert der Tagesspiegel einen nicht namentlich genannten Funktionär. Auch die jüngsten Wahlerfolge in Ostdeutschland haben die internen Spannungen nicht besänftigt. Im Gegenteil: Je stärker die AfD in Umfragen wird, desto heftiger wird der Richtungsstreit.

Weidels Stellung unter Druck

Alice Weidel gilt zwar als Zugpferd der Partei, doch ihre Rolle als Co-Vorsitzende ist angreifbar. Sie hatte zuletzt mit umstrittenen Äußerungen zur Coronapolitik und zur Ukraine für Schlagzeilen gesorgt. Einige Delegierte befürchten, dass sie die Partei zu sehr in eine radikale Ecke treibt. Chrupalla hingegen wird eher als moderaterer Kandidat gesehen, der den Flügel der „Realos“ repräsentiert. Ob er sich gegen Weidel durchsetzen kann, ist jedoch fraglich. Viele Beobachter rechnen mit einer knappen Entscheidung.

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Machtfragen und Personalentscheidungen

Neben den Vorsitzenden werden auch die stellvertretenden Vorsitzenden und der Bundesvorstand neu gewählt. Hier zeichnen sich ebenfalls Konflikte ab. So soll der bisherige Schatzmeister Klaus Fohrmann nicht wieder kandidieren. Seine Nachfolge ist offen. Auch die Besetzung der Posten im Bundesvorstand könnte zu heftigen Debatten führen. Einige Landesverbände haben bereits eigene Kandidaten nominiert, um ihre regionale Macht zu stärken.

Auswirkungen auf die Bundespolitik

Die Entscheidungen in Erfurt werden weit über die Parteigrenzen hinauswirken. Sollte Weidel gestärkt aus dem Parteitag hervorgehen, könnte die AfD noch stärker auf Konfrontation zur Bundesregierung gehen. Ein Sieg Chrupallas hingegen würde eher auf eine pragmatischere Linie hindeuten. Beobachter erwarten, dass die AfD unabhängig vom Ausgang versuchen wird, aus der aktuellen Unzufriedenheit in der Bevölkerung Kapital zu schlagen. Die nächsten Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg stehen vor der Tür.

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