AfD-Chef Tino Chrupalla sang die DDR-Hymne – Partei dementierte und löschte Posts
AfD-Chef Tino Chrupalla hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dessau-Roßlau gemeinsam mit dem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, und dem Kabarettisten Uwe Steimle die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ gesungen. Das Social-Media-Team seiner eigenen Partei behauptete am Mittwochmittag auf den Plattformen X, Instagram und Facebook, diese Behauptung sei „frei erfunden“ – Chrupalla habe die Hymne nicht gesungen. Kurz darauf löschte die Partei sämtliche Posts dazu, ohne ein Wort der Erklärung oder Entschuldigung. Videos, die den Gesang belegen, widerlegten die Parteibehauptung.
Chrupalla verteidigt das Singen der DDR-Hymne
Chrupalla selbst verteidigte das Singen der DDR-Hymne gegenüber dem Magazin „stern“. Die Hymne drücke genau die Hoffnung aus, die Bürger empfinden würden. Die Veranstaltung am Dienstagabend in Dessau-Roßlau war eine Podiumsdiskussion mit Kabarettist Uwe Steimle. Eigentlich sollte am Ende die deutsche Nationalhymne gesungen werden, doch Steimle stimmte die DDR-Nationalhymne an. Erst danach wurde die bundesdeutsche Nationalhymne gesungen.
Steimle sorgt mit weiteren Aussagen für Empörung
Kabarettist Uwe Steimle sorgte im Beisein von Chrupalla und Siegmund auch mit anderen Aussagen für Empörung. Über das neue Porträt von Altkanzlerin Angela Merkel sagte er: „Im Moment hängt sie erst mal. Und wenn der Nagel breche, dann stellen wir sie an die Wand.“ Bezüglich Bundeskanzler Friedrich Merz fragte Steimle: „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Damit spielte er auf das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 an. Der Enkel des Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Karl Graf Stauffenberg, warf Steimle vor, Merz und Hitler gleichzusetzen – das sei „eine Verharmlosung des Dritten Reichs“.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle
Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat am Mittwoch gegen Steimle Ermittlungen wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ aufgenommen. Die AfD hatte zu der Podiumsdiskussion eingeladen, bei der die Vorfälle stattfanden. Die Partei selbst reagierte zunächst mit Dementi und Löschungen, ohne die Vorfälle zu kommentieren.



