Carlos Moreno, ein renommierter Stadtplaner aus Paris, schlägt Alarm: Die Kurzzeitvermietungsplattform Airbnb höhle touristische Zentren aus, auf Kosten von Familien und Studierenden. In einem Interview mit dem Tagesspiegel erklärte Moreno, dass steigende Mieten, Leerstand und die Verdrängung von Einheimischen in vielen Metropolen, insbesondere in Paris, zu einem ernsten Problem geworden seien.
Die Wohnungskrise in Paris
Immer mehr Großstädter sind gezwungen, aus ihren angestammten Vierteln wegzuziehen, weil die Mieten unbezahlbar werden. Moreno betont, dass Airbnb eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spiele, da Wohnungen aus dem normalen Mietmarkt genommen und stattdessen an Touristen vermietet würden. Dies führe zu einer Verknappung des Angebots und treibe die Preise in die Höhe.
Lösungsansätze des Stadtplaners
Moreno plädiert für eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen und setzt sich für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum ein. Er sieht Paris sowohl als Vorbild als auch als Herausforderung: Die Stadt habe bereits einige Maßnahmen ergriffen, wie die Begrenzung von Ferienwohnungen, doch der Druck sei weiterhin hoch. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Förderung autofreier Städte, um die Lebensqualität zu verbessern und Platz für Grünflächen und Begegnungszonen zu schaffen.
Die Zukunft der Städte
Laut Moreno sind autofreie Städte die Zukunft. Weniger Autoverkehr bedeute weniger Luftverschmutzung, weniger Lärm und mehr Raum für Menschen. Dies könne dazu beitragen, die Attraktivität der Innenstädte für alle Bevölkerungsgruppen zu erhalten. Allerdings müssten dabei die Bedürfnisse von Familien und Studierenden besonders berücksichtigt werden, um eine soziale Durchmischung zu gewährleisten.
Morenos Ansätze könnten als Modell für andere Metropolen dienen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, das innovative und mutige Lösungen erfordert. Paris zeigt, dass Veränderungen möglich sind, aber auch, dass der Weg dorthin steinig ist.



