Am Samstag wurden drei Journalisten von Apollo News bei Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt Opfer brutaler Gewalt. Angreifer warfen Flaschen, hetzten die Reporter vor sich her und schubsten sie zu Boden. Während sie wehrlos am Boden lagen, traten gewaltbereite Demonstranten auf einen der Reporter ein, trafen auch den Kopf und schlugen ihm mit Fäusten ins Gesicht. Der Journalist musste später im Krankenhaus behandelt werden.
Bündnis Widersetzen dreht Schuldfrage um
Das Aktionsbündnis Widersetzen, das für friedlichen Protest und zivilen Ungehorsam steht, distanzierte sich nicht von der Gewalt. Stattdessen veröffentlichte es am Montagabend ein Statement, in dem es den Mitarbeitern von Apollo News eine gezielte Eskalation vorwirft: „Mit seriöser Berichterstattung haben rechte Provokateure wie Apollo News und Junge Freiheit aber nichts zu tun: Sie halten sich nicht an journalistische Standards, bedrängen Aktionsteilnehmer und überschreiten persönliche Grenzen.“
Die linken Protest-Organisatoren hatten im Vorfeld der Demo empfohlen, nicht mit diesen Medien zu sprechen und sie wegzuschicken, ohne zu eskalieren. Daran hielten sich die Teilnehmer offenbar nur bedingt. Statt Anteilnahme kursiert nun ein KI-generiertes Spott-Lied mit dem Titel „Wer provoziert, der kassiert!“ in sozialen Netzwerken.
Pressekonferenz sorgt für Empörung
Bereits am Sonntag hatte das Bündnis bei einer Pressekonferenz vor der Erfurter Krämerbrücke für Entsetzen gesorgt. Auf die Frage, ob es die Gewalt gegen Journalisten verurteile, erklärte Sprecher Noa Sander: „Faschisten mit Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen.“
Dabei hatte die Linksaußen-Protestgruppe in ihrem jüngsten Statement erklärt: „Presse ist bei unseren Aktionen willkommen – wir laden sie sogar offen dazu ein.“ Warum bei der Pressekonferenz am Sonntag auch Fragen von BILD und WELT nicht beantwortet wurden, bleibt offen.
Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung
Laut Polizei wurden am Montag zwei der angegriffenen Journalisten vernommen. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Eine Identifizierung der Schläger sei demnach noch nicht erfolgt.



