CDU-Europaabgeordnete Bentele kritisiert männliche Führung und fordert mehr Frauen
Bentele kritisiert Merz und fordert mehr Frauen in CDU-Spitze

Die Europaabgeordnete Hildegard Bentele (CDU) hat die männerdominierte Führung ihrer Partei scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Tagesspiegel monierte sie, dass im Konrad-Adenauer-Haus erneut zahlreiche Abteilungsleiterposten ausschließlich mit Männern besetzt worden seien. Sie forderte eine stärkere Berücksichtigung von Frauen in der Parteispitze, in der Bundestagsfraktion und im Kanzleramt.

Vorwürfe gegen die Parteispitze

Bentele beklagte eine „Empathie- und Instinktlosigkeit“ sowie eine „mangelnde Bodenhaftung und Kommunikationsschwäche“ der bisherigen Führung. Konkret verwies sie auf Kanzler Friedrich Merz, der sich bei seinen engsten Beratern bislang für Männer entschieden habe. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion seien fast ausschließlich Männer. „Ich würde mir in der Führung mehr Frauen wünschen, die die Realitäten des normalen Lebens kennen und ansprechen“, sagte Bentele.

Lebensrealitäten von Frauen stärker einbringen

Die Abgeordnete argumentierte, dass Frauen häufig die Care-Arbeit stemmten und sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt kümmerten – etwa durch die Pflege alternder Eltern, die Betreuung von Kindern oder die Bewältigung des Alltags als Alleinerziehende oder Selbstständige. „Ich will nicht mit Stereotypen argumentieren, aber es sind nun einmal meistens die Frauen, die diese Aufgaben übernehmen“, betonte sie. Diese Perspektiven fehlten in der aktuellen Führung, was zu Entscheidungen führe, die an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbeigingen.

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Forderung nach strukturellen Veränderungen

Bentele forderte nicht nur eine symbolische, sondern eine strukturelle Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Sie verwies darauf, dass die CDU bei der Aufstellung von Kandidaten und der Besetzung von Ämtern noch immer Defizite habe. Die Partei müsse konsequent darauf achten, dass Frauen in relevante Positionen gelangten, um eine ausgewogenere und realitätsnähere Politik zu ermöglichen.

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