Ein schwerer Waldbrand in der Nähe von Bordeaux hat am Donnerstag die Evakuierung von rund 12.000 Touristen und Anwohnern erzwungen. Sechs Campingplätze sowie eine FKK-Anlage im Norden von Cap Ferret wurden in den frühen Morgenstunden geräumt, wie die Behörden der bei Urlaubern beliebten Region im Südwesten Frankreichs mitteilten.
Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz
Der Brand war am Mittwoch in der Nähe des Beckens von Arcachon ausgebrochen. Seither sind bereits rund 2000 Hektar Land verbrannt. Wegen der extrem ungünstigen Wetterbedingungen werde der Brand mit einem Großaufgebot von 500 Feuerwehrleuten, vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen bekämpft, teilte die Präfektur am Donnerstagabend mit. Bislang sei niemand verletzt worden.
Umfangreiche Evakuierungen angeordnet
Bereits am Donnerstagnachmittag hatte die Präfektin des Departements Gironde umfangreiche Evakuierungen angeordnet. Rund 700 Bewohner mussten zwei Stadtteile des Ortes Le Porge verlassen, der dortige Campingplatz „La Grigne“ mit rund 3.500 Urlaubern wurde geräumt. Die Betroffenen wurden zum nahegelegenen Urlaubsort Lacanau dirigiert. Auch ein Strand von Le Porge, wo sich rund 600 Fahrzeuge befanden, wurde evakuiert. Die Evakuierungsmaßnahmen und Straßensperrungen wurden von rund 90 Beamten der Gendarmerie koordiniert.
Höchste Waldbrandwarnstufe Rot
Für das Departement Gironde gilt die höchste Waldbrandwarnstufe Rot. Die Anweisungen der Behörden müssten strikt befolgt werden, betonte die Präfektin. Die Bevölkerung wurde zu größter Vorsicht gemahnt. Erst am Dienstag waren bei einem anderen Naturbrand am Flughafen von Bordeaux zwei Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, die in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurden.
Rekord an verbrannter Fläche in Frankreich
In Frankreich war es in den vergangenen Wochen zu einer Reihe von Großbränden gekommen. Am Dienstag meldete das Land einen traurigen Rekord an verbrannter Fläche in diesem Jahr: Mehr als 42.000 Hektar Land gingen zwischen Januar und Mitte Juli in Flammen auf. Damit wurde ein früherer Höchststand von 2022 übertroffen. Frankreich erlebe die umfangreichsten Waldbrände seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Präsident Emmanuel Macron vor wenigen Tagen. Bislang starben insgesamt drei Feuerwehrleute, unter der Zivilbevölkerung gibt es noch keine Toten.
Klimawandel als Brandbeschleuniger
Experten sind sich einig, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel bei den Waldbränden eine bedeutende Rolle spielt. Der französische staatliche Wetterdienst Météo France betonte kürzlich, dass die immer häufigeren und heftigeren Hitzewellen eine Folge des Klimawandels seien. Und diese verursachten eine immer intensivere Trockenheit, was Brände begünstigt.



