Brandenburgs Koalition nach 100 Tagen im Umfragetief – AfD auf Höchstwert
Brandenburgs Koalition im Umfragetief – AfD auf Höchstwert

Rund 100 Tage nach dem Start der SPD/CDU-Landesregierung in Brandenburg sinken die Zustimmungswerte für die Koalition deutlich. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von rbb24 Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg zufolge sind fast zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit des Bündnisses unzufrieden. Gleichzeitig erreicht die AfD in der Sonntagsfrage einen neuen Höchststand.

Zufriedenheit mit der Koalition auf niedrigem Niveau

Nur 28 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger sind demnach mit der CDU/SPD-Koalition zufrieden, während 62 Prozent ihre Unzufriedenheit äußern. Besonders groß ist die Skepsis in der Bildungspolitik: Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten glauben nicht, dass die Koalition die Schulen und die Bildung voranbringen wird. Lediglich 27 Prozent erwarten eine positive Entwicklung. Auch in anderen Bereichen wie Polizei und Sicherheit, Zuwanderung und Flüchtlinge sowie Wirtschaft ist die Mehrheit der Meinung, dass die Regierung keine Verbesserungen erreichen wird.

AfD legt in der Sonntagsfrage auf 37 Prozent zu

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die AfD der Umfrage zufolge auf den bisherigen Höchstwert von 37 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Brandenburg-Umfrage vom Dezember 2025. Die SPD bliebe bei 22 Prozent, die CDU käme auf 12 Prozent (minus zwei Punkte). Die Linke gewinnt drei Punkte hinzu und käme ebenfalls auf 12 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das bis Januar dieses Jahres mit der SPD regierte, verliert drei Punkte und würde nur noch vier Prozent erreichen – damit wäre der Einzug in den Landtag wegen der Fünf-Prozent-Hürde verpasst. Die Grünen kämen auf sechs Prozent (plus 1 Punkt).

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Umfragedaten und Methodik

Für die repräsentative Umfrage wurden vom 18. bis 22. Juni 1.159 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt. Die Schwankungsbreite beträgt 2 Prozentpunkte bei einem Anteil von 10 Prozent und 3 Prozentpunkte bei 50 Prozent. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet; nachlassende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung der Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Mehrheit für Woidke bis zur Wahl 2029

Trotz der schlechten Umfragewerte für die Koalition bleibt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) der bekannteste und beliebteste Politiker. Eine Mehrheit von 57 Prozent spricht sich dafür aus, dass er bis zur nächsten Landtagswahl 2029 im Amt bleibt. Dagegen halten 31 Prozent eine vorzeitige Übergabe an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für angebracht. Mit Woidkes politischer Arbeit sind 46 Prozent zufrieden – in der Dezember-Umfrage waren es 48 Prozent. Zu Beginn der Vorgängerregierung aus SPD und BSW im Dezember 2024 bewerteten 55 Prozent seine Arbeit positiv.

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