Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat der AfD ein konkretes Kooperationsangebot unterbreitet. Wie der Tagesspiegel berichtet, schickten die beiden BSW-Vorsitzenden und der Generalsekretär ein zweiseitiges Schreiben an die AfD, in dem sie eine gemeinsame Wahlkampfveranstaltung vorschlagen. Allerdings wurde der Brief an eine falsche Adresse der AfD gesendet.
Gemeinsame Bühne für Wagenknecht und Weidel
Das BSW schlägt vor, dass Sahra Wagenknecht und Alice Weidel im September, kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, gemeinsam auf einer Bühne in Magdeburg und Schwerin auftreten. In einer „Debatte“ sollen die beiden Politikerinnen als Vertreterinnen von Parteien auftreten, die „aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft“ würden. Das BSW kritisiert in dem Schreiben erneut die sogenannte Brandmauer der anderen Parteien gegenüber der AfD als undemokratisch.
Gemeinsamkeiten und wechselnde Mehrheiten
Der Brief zählt mehrere Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD auf, darunter das Ziel, die Landesregierungen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern abzuwählen. Das BSW plädiert für wechselnde Mehrheiten unter Einbindung der AfD und einen überparteilichen Ministerpräsidenten. Dies entspricht früheren Aussagen von Parteigründerin Sahra Wagenknecht, die bereits Anfang Juni für solche Modelle geworben hatte.
Allerdings dürfte die AfD von einer Zusammenarbeit mit dem BSW nur begrenzt profitieren. Laut aktuellen Umfragen liegt das BSW in Sachsen-Anhalt bei unter fünf Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei etwa fünf Prozent. Diese Werte reichen nicht aus, um der AfD eine Regierungsmehrheit zu sichern.
AfD bestätigt Eingang – falsche Adresse
Die AfD bestätigte am Montagnachmittag den Eingang des Schreibens. Die Parteivorsitzenden äußerten sich zunächst nicht zu dem Angebot. Möglicherweise wertet die Partei die Anfrage noch aus. Der Brief ist auf den 26. Juni datiert, trägt jedoch eine falsche Adresse der AfD auf dem Briefkopf. Dies könnte die Zustellung verzögert haben.



