Ceuta-Krise: AfD profitiert von Bildern der Gewalt
Ceuta-Krise: AfD profitiert von Bildern

Die Bilder von Migranten, die in Ceuta auf spanische Grenzbeamte treffen, haben sich der AfD als Wahlkampfmunition erwiesen. Obwohl sich die Lage in der spanischen Exklave wieder beruhigt hat, nutzt die Partei die Eskalation, um ihre anti-migrantische Agenda zu schärfen. Dabei greift sie auf Material und Netzwerke rechtsextremer Aktivisten zurück, die vor Ort aktiv sind.

Wahlkampfgeschenk für die AfD

Für die AfD kommt die Krise in Ceuta zu einem günstigen Zeitpunkt. Im laufenden Wahlkampf kann die Partei die Bilder von Gewalt und Grenzkontrollen nutzen, um ihre Forderungen nach einer härteren Migrationspolitik zu untermauern. Die Partei verbreitet die Aufnahmen in sozialen Medien und auf Wahlkampfveranstaltungen, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren.

Die AfD bezieht sich dabei nicht nur auf offizielle Berichte, sondern auch auf Material, das von rechtsextremen Gruppen in Spanien stammt. Diese Gruppen haben laut Recherchen des SPIEGEL enge Kontakte zur AfD und versorgen die Partei mit Bildmaterial und Informationen, die die Lage in Ceuta einseitig darstellen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rechtsextreme Netzwerke als Quelle

Die Zusammenarbeit zwischen der AfD und rechtsextremen Aktivisten ist nicht neu, aber in der Ceuta-Krise zeigt sie sich besonders deutlich. Aktivisten vor Ort filmen die Auseinandersetzungen und stellen das Material der AfD zur Verfügung. Die Partei verbreitet diese Aufnahmen ohne kritische Einordnung und stellt sie in einen migrationsfeindlichen Kontext.

Ein Sprecher der AfD bestätigte auf Anfrage, dass man „authentisches Material von Augenzeugen“ nutze, um die Lage darzustellen. Kritiker werfen der Partei vor, damit bewusst Desinformation zu verbreiten und die Gewalt zu instrumentalisieren.

Reaktionen und Gegenwind

Die Strategie der AfD stößt nicht überall auf Zustimmung. Politiker anderer Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen verurteilen die Instrumentalisierung der Krise. Sie weisen darauf hin, dass die Lage in Ceuta komplex ist und nicht auf einfache Feindbilder reduziert werden darf.

Die spanische Regierung hat zudem angekündigt, gegen die rechtsextremen Gruppen vorzugehen, die die Migranten in Ceuta angreifen. Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung und Gewaltaufrufen.

Auswirkungen auf den Wahlkampf

Ob die AfD langfristig von der Ceuta-Krise profitiert, bleibt abzuwarten. Kurzfristig jedoch hat die Partei ihre Themen Migration und Sicherheit in den Mittelpunkt des Wahlkampfs gerückt. Umfragen deuten darauf hin, dass diese Themen bei den Wählern an Bedeutung gewinnen.

Die Bilder aus Ceuta haben gezeigt, wie schnell Migration zur politischen Waffe werden kann. Für die AfD sind sie ein Geschenk, das sie bereitwillig annimmt – auch um den Preis, mit rechtsextremen Netzwerken zu kooperieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration