AfD-Parteitag: Chrupalla nach Wahlschlappe unter Druck – Weidel triumphiert
Chrupalla nach Wahlschlappe unter Druck – Weidel triumphiert

Der zweite Tag des AfD-Bundesparteitags in Erfurt hat am Sonntag störungsfrei begonnen. Nach den Wiederwahlen am Samstag steht Co-Chef Tino Chrupalla im Fokus, der mit etwas mehr als 70 Prozent der Delegiertenstimmen eine herbe Schlappe kassierte. Alice Weidel hingegen holte 81,3 Prozent. 2024 hatte Chrupalla noch 82,7 Prozent erhalten. Der Parteitag findet 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag in Weimar statt.

Proteste und Polizeieinsatz

Das Protestbündnis „Widersetzen“ hatte mit 50.000 Demonstranten gerechnet, doch nach Polizeiangaben kamen nur 31.000. Auch bis zu 2500 gewaltbereite Linksextremisten wurden erwartet. Am Samstag blockierten Teilnehmer Straßen zum Messegelände. Die Polizei war mit 6000 Beamten im Einsatz und registrierte 48 Straftaten und 11 Ordnungswidrigkeiten, darunter Verdacht auf schweren Landfriedensbruch. Mehrere Journalisten wurden angegriffen und verletzt. Am Sonntag ist Erfurt laut Polizei „wie ausgestorben“ – die meisten Demonstranten sind abgereist.

Chrupallas Reaktion auf die Wahlschlappe

Chrupalla dürfte in seiner Rede am Sonntag auf das schwache Ergebnis eingehen. Der thüringische AfD-Chef Björn Höcke ist bereits abgereist, da er nicht zu den stimmberechtigten Delegierten gehörte. Auf der Tagesordnung stehen zudem die Wahl von Richtern und Rechnungsprüfern sowie fünf Anträge. Zum Abschluss soll die Nationalhymne gesungen werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kurioser Auftritt und Beitragsstreit

Der thüringische Landtagsabgeordnete Sascha Schlösser warb in seiner Bewerbungsrede als Bundesrechnungsprüfer mit einem „Gold-Fetisch“: „Ich habe über die Jahre einen kleinen Fetisch für das Zählen und Prüfen von Goldbarren und Goldmünzen entwickelt.“ Er wurde mit knapp 97 Prozent gewählt. Zuvor war ein Antrag gescheitert, Mitglieder mit Beitragsschulden bis 20 Euro in der Partei zu halten. Die AfD bleibt hart: „Wer nicht zahlt, der gehört nicht zu unserer Partei.“

Weitere Anträge und Proteste am Sonntag

Am zweiten Tag droht Zoff um Beitragserhöhungen und einen Antrag von AfD-Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier: Bundestagsabgeordnete ohne Wahlkreisbüro sollen 500 Euro monatlich an die Partei zahlen. Am Sonntag sind kleinere Proteste geplant: eine Fahrrad-Demo ab 11 Uhr, eine Pressekonferenz des Bündnisses „Widersetzen“ um 12 Uhr und ein Kaffeetrinken der Omas gegen rechts ab 14 Uhr.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration