Julian Reichelts „Nius“: Wie ein Rechtsaußen-Portal an Einfluss gewinnt
„Nius“: Reichelts Portal gewinnt an Einfluss

Ein Drohanruf erreicht Selvi Aksünger in Dortmund. Die Betreiberin einer Kantine der Agentur für Arbeit wird zur Zielscheibe des Rechtsaußen-Portals „Nius“. Die Behauptung: Sie habe Bürgergeldempfänger zum muslimischen Fastenbrechen eingeladen, finanziert vom Steuerzahler. Doch die Geschichte ist weitgehend erfunden. Dieser Vorfall ist symptomatisch für die Arbeitsweise von „Nius“, das unter der Leitung von Julian Reichelt systematisch gegen Migranten, trans Menschen und politisch Linke hetzt.

Vom „Bild“-Chef zum Hetzportal-Betreiber

Julian Reichelt, einst Chefredakteur von „bild.de“, startete 2015 eine „Refugees welcome“-Kampagne. Nach seinem Rausschmiss bei „Bild“ wandelte er sich radikal. Sein neues Portal „Nius“ schürt Ressentiments und verbreitet gezielt Desinformation. In der Podcast-Folge „Firewall“ wird untersucht, wie Reichelts Wandel stattfand und wer hinter dem Projekt steht – ein Multimillionär, der die Finanzierung sicherstellt.

Einfluss in der politischen Mitte

Trotz der Hetze gewinnt „Nius“ an Einfluss, sogar in der politischen Mitte. Die Berichterstattung des Portals erreicht ein breites Publikum und beeinflusst die öffentliche Meinung. Die Macher von „Firewall“ zeigen auf, wie „Nius“ systematisch Desinformation streut und damit Hass schürt. Der Fall Aksünger ist nur ein Beispiel von vielen.

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Der Podcast „Firewall“ vom SPIEGEL beleuchtet Schwachstellen in Systemen und die Personen, die sie ausnutzen. In dieser Folge wird deutlich, wie Reichelt nach seinem Rausschmiss bei „Bild“ eine neue Plattform für seine Agenda fand. Unterstützt wird er von einem Multimillionär, der das Projekt finanziert – ein Name, der in der Podcast-Folge genannt wird.

Die Masche der Empörungsmaschine

„Nius“ funktioniert nach dem Prinzip der Empörungsmaschine: Themen werden zugespitzt, Fakten verdreht, und die Leser werden in eine emotionale Aufwallung getrieben. Die Zielgruppe sind Menschen, die sich von der etablierten Presse nicht vertreten fühlen. Reichelt bedient bewusst Ängste und Vorurteile, um Klicks und Aufmerksamkeit zu generieren.

Die Auswirkungen sind real: Selvi Aksünger erhielt Drohanrufe, nachdem der Artikel über sie erschienen war. Ihr Fall zeigt, wie die Berichterstattung von „Nius“ das Leben von Menschen gefährden kann. Der Podcast ruft dazu auf, solche Muster zu erkennen und sich gegen Desinformation zu wehren.

„Firewall“ ist ein Podcast des SPIEGEL, der regelmäßig Systemversagen und deren Akteure untersucht. Die aktuelle Folge zu „Nius“ ist ein weiterer Beitrag zur Aufklärung über rechtsextreme Netzwerke und ihre Methoden.

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