Ein 21-jähriger ukrainischer Student wurde Opfer eines brutalen Angriffs durch die rechtsextreme Gruppe „Deutsche Jugend Uckermark“. Der Vorfall, der sich in der Uckermark ereignete, blieb lange der Öffentlichkeit verborgen. Ein Gerichtsprozess brachte nun erschreckende Details ans Licht, darunter Verbindungen zur AfD.
Stundenlange Gewalt und Folter
Der ukrainische Student wurde von Mitgliedern der Gruppe stundenlang festgehalten und schwer misshandelt. Laut Anklage erlitt er zahlreiche Verletzungen, darunter Knochenbrüche und innere Blutungen. Die Täter filmten die Tat teilweise und verbreiteten das Material in rechtsextremen Kreisen.
Die „Deutsche Jugend Uckermark“ ist eine rechtsextreme Jugendorganisation, die in der Region aktiv ist. Sie pflegt nach Erkenntnissen der Ermittler enge Kontakte zur AfD. Ein AfD-Bundestagsabgeordneter soll sogar mit einem schwarzen Mob posiert haben, was auf die rassistische Gesinnung der Gruppe hinweist.
Gerichtsprozess deckt Netzwerk auf
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begann vor dem Landgericht Neuruppin. Die Angeklagten im Alter von 18 bis 25 Jahren müssen sich wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, aus Hass gegen den ukrainischen Studenten gehandelt zu haben.
„Die Taten zeigen eine erschreckende Brutalität und Menschenverachtung“, sagte der Vorsitzende Richter zu Prozessbeginn. „Es ist davon auszugehen, dass die Gruppe nach einem rechtsextremen Feindbild handelte.“
Verbindungen zur AfD
Besonders brisant sind die Verbindungen der Gruppe zur AfD. Ein AfD-Bundestagsabgeordneter soll regelmäßig an Treffen der „Deutschen Jugend Uckermark“ teilgenommen haben. Zudem wurden Fotos sichergestellt, die den Politiker gemeinsam mit Mitgliedern der Gruppe zeigen, die teils mit verbotenen Symbolen posieren.
Die AfD selbst wies die Vorwürfe zurück. „Wir distanzieren uns von jeder Form von Extremismus“, erklärte ein Sprecher. Allerdings gibt es Hinweise, dass die Partei die Gruppe zumindest geduldet hat. Der betroffene Abgeordnete äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Reaktionen und Forderungen
Der Fall hat bundesweit für Empörung gesorgt. Der ukrainische Botschafter in Deutschland forderte eine lückenlose Aufklärung. „Wir erwarten, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und dass die deutschen Behörden entschlossen gegen rechtsextreme Netzwerke vorgehen“, sagte er in einer Stellungnahme.
Auch Politiker anderer Parteien verurteilten die Taten scharf. Die Grünen forderten ein Verbot der „Deutschen Jugend Uckermark“. Die Linke verlangte eine Untersuchung der AfD-Verbindungen. Die SPD sprach von einem „Weckruf“ und mahnte mehr Engagement gegen Rechtsextremismus an.
Hintergrund der Gruppe
Die „Deutsche Jugend Uckermark“ existiert nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes seit 2019. Sie rekrutiert vor allem Jugendliche aus der ländlichen Region und verbreitet rechtsextreme Ideologien. Die Gruppe organisiert regelmäßig Schulungen und Aktionen, die auf Gewalt gegen politische Gegner und Migranten abzielen.
Der Angriff auf den ukrainischen Studenten ist nicht der erste gewalttätige Übergriff der Gruppe. Bereits mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen mit linken Aktivisten und Migranten. Die Behörden zeigen sich alarmiert: „Die Gruppe ist hochgefährlich und agiert zunehmend professionell“, warnte ein Sprecher des Landeskriminalamts.
Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Die Öffentlichkeit verfolgt das Verfahren mit großer Aufmerksamkeit. Der ukrainische Student, der den Angriff schwer verletzt überlebte, wird als Zeuge aussagen. Sein Anwalt kündigte an, dass er eine hohe Entschädigung fordern werde.



