Die hohe Inflation in den USA sorgt für steigende Preise an Tankstellen und in Supermärkten. Besonders teure Steaks und teurer Sprit belasten die Haushaltskassen vieler Amerikaner. Ihre Wut richtet sich zunehmend gegen Präsident Donald Trump, der sich im Herbst 2026 den Zwischenwahlen stellen muss. Hinzu kommt drohender Ärger mit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Preisschock an Tankstelle und Supermarktkasse
Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums stieg die Inflationsrate im Juni 2026 auf 9,1 Prozent – der höchste Stand seit über 40 Jahren. Die Preise für Lebensmittel legten um 12,2 Prozent zu, Benzin verteuerte sich um 59,9 Prozent im Jahresvergleich. „Die Amerikaner spüren die Inflation direkt im Portemonnaie“, sagte Ökonom Mark Zandi von Moody's Analytics. „Das könnte sich bei den Zwischenwahlen im November rächen.“
Besonders kritisch ist die Lage für die Republikanische Partei, die traditionell wirtschaftliche Kompetenz für sich beansprucht. Laut einer Umfrage des Pew Research Center vom Juli 2026 machen 67 Prozent der Befragten die Politik der Regierung Trump für die hohen Preise verantwortlich. Nur 28 Prozent sehen die Ursachen in globalen Lieferkettenproblemen oder der Corona-Pandemie.
Trump unter Druck – auch von der Fed
Präsident Trump selbst versucht, die Schuld von sich zu weisen. In einer Rede vor Wirtschaftsvertretern in Washington erklärte er: „Die Inflation ist ein globales Phänomen, verursacht durch die Energiepolitik der Demokraten und die Fehler der Fed.“ Doch die Notenbank unter Vorsitz von Jerome Powell kündigte bereits weitere Zinserhöhungen an, um die Teuerung zu bekämpfen. Analysten befürchten, dass dies die Konjunktur abwürgen könnte.
Die Zwischenwahlen am 3. November 2026 gelten als Richtungsentscheidung für die zweite Hälfte von Trumps Amtszeit. Bislang halten die Republikaner knappe Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses. Doch die Inflation könnte diese Mehrheiten gefährden. „Wenn die Preise weiter steigen, werden die Wähler ihren Frust an der Urne auslassen“, prognostiziert Politologin Sarah Binder von der George Washington University.
Steaks und Sprit als Symbol des Protests
In den sozialen Medien kursieren Bilder von leeren Einkaufswagen und hohen Benzinpreisen mit dem Hashtag #Trumpflation. In Texas, einem traditionell republikanischen Bundesstaat, berichten Supermarktketten von Umsatzrückgängen bei Rindfleisch, da viele Kunden auf günstigere Alternativen wie Hähnchen umsteigen. „Früher haben die Leute hier Steaks gekauft, jetzt greifen sie zu Nudeln und Reis“, sagte ein Filialleiter in Houston der Lokalzeitung „Houston Chronicle“.
Die Regierung Trump versucht gegenzusteuern: Mit Steuersenkungen auf Benzin und der Freigabe strategischer Ölreserven soll der Preisdruck gemildert werden. Doch die Wirkung ist begrenzt. Die Inflation bleibt hartnäckig hoch, und die Fed signalisiert weitere Zinsschritte. Ob die Maßnahmen ausreichen, um die Wähler zu besänftigen, ist fraglich.



