Der Aktienkurs von SpaceX ist in den letzten Tagen massiv eingebrochen. Der Wert der Papiere des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk fiel um rund 15 Prozent. Auslöser sind mehrere Hiobsbotschaften: Produktionsprobleme bei der neuen Rakete Starship, verschobene Starts und eine schwächelnde Nachfrage nach Satellitenstarts.
Starship-Verzögerungen belasten die Bewertung
Das Herzstück der SpaceX-Zukunft, die Riesenrakete Starship, kommt nicht wie geplant voran. Nach der ersten Testmission im April, die mit einer Explosion endete, musste SpaceX zahlreiche technische Nachbesserungen vornehmen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verlangt zudem weitere Sicherheitsnachweise, bevor eine zweite Testgenehmigung erteilt wird. Analysten schätzen, dass sich der kommerzielle Betrieb von Starship um mindestens ein Jahr verzögern könnte. Dies gefährdet nicht nur prestigeträchtige NASA-Missionen, sondern auch das Geschäftsmodell mit dem Starlink-Satellitennetz, das auf Starship-Kapazitäten angewiesen ist.
Schwächelnde Nachfrage und Konkurrenzdruck
Hinzu kommt eine nachlassende Nachfrage nach kommerziellen Satellitenstarts. Viele Kunden haben ihre Bestellungen reduziert oder auf Konkurrenten wie die europäische Ariane 6 oder die chinesische Lange Marsch verlagert. SpaceX hatte zuletzt seine Startpreise erhöht, was ebenfalls zur Zurückhaltung beiträgt. Gleichzeitig drängen neue Anbieter wie Blue Origin oder Rocket Lab mit günstigeren Angeboten auf den Markt. Der Wettbewerb wird intensiver, was die Margen von SpaceX unter Druck setzt.
Starlink-Wachstum stockt
Das einstige Zugpferd Starlink, der Internetdienst aus dem All, wächst nicht mehr so dynamisch. Die Zahl der Abonnenten stieg im letzten Quartal nur um 8 Prozent auf rund 1,5 Millionen. In vielen Regionen ist die Nachfrage gesättigt, und die hohen Kosten für die Bodenstationen schrecken potenzielle Kunden ab. Zudem klagen Astronomen über Lichtverschmutzung, was zu regulatorischen Auflagen führen könnte. Die ambitionierten Pläne von SpaceX, mit Starlink einen Milliardenumsatz zu erzielen, rücken damit in weitere Ferne.
Finanzierungslücke droht
Die jüngsten Entwicklungen könnten SpaceX in Finanzierungsnöte bringen. Das Unternehmen ist stark auf private Investitionen angewiesen, da es nicht börsennotiert ist. Nach Informationen von Insidern plant SpaceX eine neue Finanzierungsrunde, die aber angesichts der aktuellen Probleme schwieriger werden dürfte. Einige Großinvestoren haben bereits ihre Beteiligungen reduziert. Sollte SpaceX nicht schnell die Produktionsprobleme lösen und die Starship-Tests erfolgreich absolvieren, könnte eine Liquiditätslücke entstehen.
Analysten senken Kursziele
Mehrere Analysten haben ihre Bewertungen für SpaceX nach unten korrigiert. „Die Risiken sind gestiegen, das Wachstumspotenzial ist kurzfristig begrenzt“, schrieb ein Analyst von Morgan Stanley. Er senkte sein Kursziel um 20 Prozent. Auch die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für SpaceX auf negativ gesetzt. Der Aktienkurs, der im außerbörslichen Handel gehandelt wird, fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.
Ausblick: Hoffnung auf Durchbruch
Trotz der negativen Schlagzeilen gibt es auch optimistische Stimmen. Elon Musk kündigte an, dass der nächste Starship-Testflug innerhalb von zwei Monaten stattfinden soll. Gelingt dieser, könnte der Kurs wieder anziehen. Zudem hat SpaceX einen Großauftrag der NASA für Mondlandemissionen erhalten, der langfristig stabile Einnahmen verspricht. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob SpaceX die Krise überwinden kann oder ob der Kursverfall erst der Anfang einer längerfristigen Talfahrt ist.



