Ukraine: Geheimdienst unter Verdacht nach Attentat in Monaco
Ukraine: Geheimdienst unter Verdacht nach Attentat in Monaco

Der Fall einer mutmaßlichen Attentäterin, die einen ukrainischen Oligarchen in Monaco ins Visier genommen haben soll, nimmt immer dunklere Züge an. Vor einem Gericht in Kiew wurden Details zu der Ermordung der mutmaßlichen Attentäterin nahe von Kiew bekannt – und die Beweise deuten auf eine Verwicklung ukrainischer Geheimdienste hin. Das berichtet der britische „The Guardian“.

Die Tat in Monaco und die Flucht der Verdächtigen

Die französische Polizei hatte zuletzt Anastasia Berezovska, 39, als jene Person identifiziert, die auf Überwachungskameras dabei zu sehen ist, wie sie einen Rucksack vor einem Wohngebäude in Monaco deponiert. Die darin versteckte Bombe explodierte und verletzte den ukrainischen Geschäftsmann Wadym Jermolajew schwer, als er gemeinsam mit seiner Partnerin und seinem 13-jährigen Kind das Gebäude verließ. Auch Jermolajews Frau und der 13-jährige Sohn wurden bei dem Attentat verletzt.

Berezovska, als Mann verkleidet, flüchtete mit einem Auto mit deutschen Kennzeichen über Frankreich nach Italien – und reiste am 1. Juli in die Ukraine ein, wo sie per Bus in ihre Heimatstadt Zhytomyr fuhr. Kurz darauf wurde ihre Leiche in einem Wald nahe Kiew entdeckt.

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Geständnis vor Gericht: Hinrichtung im Wald

Laut dem ukrainischen Geheimdienst wurde Berezovska von zwei Männern empfangen, die zuvor Zahlungen auf ihre Bank- und Kryptowährungskonten geleistet hatten. Einer der Verdächtigen, Vladyslav Reut, 33, erschien am Donnerstag vor einem Kiewer Gericht. Er schilderte, wie sein mutmaßlicher Komplize Vitaliy Zhykovych die Frau mit einer Waffe in einen Wald trieb und ihr dort in den Hinterkopf schoss. „Er schoss ein zweites Mal. Ich stand wenige Meter entfernt“, sagte Reut dem Richter. Zhykovyjs Anwalt wies die Vorwürfe zurück.

Besonders brisant: Reut soll für den ukrainischen Militärgeheimdienst GUR gearbeitet haben – in einer Einheit für Spezialoperationen. Der Fall bringt Präsident Wolodymyr Selenskyj in Bedrängnis. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte ihn auf, den Vorfall lückenlos aufzuklären. Selenskyj versprach, die Öffentlichkeit zeitnah zu informieren.

Hintergründe des Anschlags

Wadym Jermolajew, dessen Vermögen auf rund 220 Millionen US-Dollar geschätzt wird, steht seit 2023 unter ukrainischen Sanktionen – wegen angeblicher Handelsaktivitäten auf der besetzten Krim und Steuerzahlungen an Russland. Er selbst bezeichnete die Vorwürfe als „absolut surreal“. Einem Insider zufolge könnte hinter der Tat ein Streit um Schutzgeld stecken – die Attentäterin sei dabei als entbehrlich betrachtet worden.

Die schnelle Verhaftung der Verdächtigen hat Beobachter überrascht und Spekulationen über Rivalitäten zwischen SBU und GUR ausgelöst. Offen bleibt, wie Berezovska ungehindert in die Ukraine einreisen konnte – zum Zeitpunkt der Einreise lag laut Grenzschutzbehörde kein Interpol-Haftbefehl gegen sie vor.

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