Meinungsforscher: 3 Gründe für Schwesigs Aufholjagd in MV
3 Gründe für Schwesigs Aufholjagd in MV

Knapp zehn Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine überraschende Wende ab: Die SPD um Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52) holt auf. Laut aktuellen Umfragen liegt die AfD zwar mit 36 Prozent weiterhin vorn, doch die Sozialdemokraten legten um zwei Prozentpunkte auf nun 29 Prozent zu. Fast jeder zweite Wähler in MV würde Schwesig bei einer Direktwahl die Stimme geben. Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner (76, „Mentefactum“) nennt drei Gründe für diesen Trend.

Glaubwürdigkeit und Distanz zur Bundes-SPD

Schöppner betont, dass Schwesig „als Person glaubwürdig für Mecklenburg-Vorpommern“ stehe. Entscheidend sei, ob sie die Bundes-SPD als „Klotz am Bein“ ablegen könne. Genau das tue sie aktuell: „Sie ist eine, die auch mal querschlägt. Und hat bundespolitischen Einfluss.“ Ein Beispiel sei die Rentendebatte. Mecklenburg-Vorpommern ist vom demografischen Wandel besonders betroffen – das Durchschnittsalter liegt bei 47,8 Jahren, nur in Sachsen-Anhalt sind die Menschen älter (Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung). Schwesig kritisierte die Renten- und Sozialreformen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich: „Die gesetzliche Rente ist für viele Menschen in MV existenziell.“

Rolle als mögliche SPD-Bundesvorsitzende

Wegen schwacher Umfragewerte wird über eine Ablösung der SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas spekuliert. Schöppner sieht Schwesig hier geschickt im Hintergrund: „Schwesig spielt da immer wieder eine Rolle in der Debatte um Nachfolger, wird immer wieder erwähnt und als Kandidatin genannt, ohne sich selbst zu positionieren. Da schwingt in den Köpfen der Menschen auch landespolitischer Stolz mit. Motto: Wir haben jemanden, der kann das auch.“

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Weit weg vom Drama um Timmy den Buckelwal

Der gestrandete Buckelwal Timmy sorgte im Frühjahr 2026 für Schlagzeilen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) unterstützte einen umstrittenen Rettungsversuch – der Wal überlebte nicht. Schwesig hielt sich aus dem Drama heraus. „Das hat sie geschickt gemacht“, so Schöppner. „Meine Vermutung: politisches Kalkül. Sie hält sich politisch raus, weil sie Gefahr läuft, sich zu verheddern. Die Leute könnten denken: Haben wir hier keine anderen Themen in der Wirtschaft oder im Tourismus? Muss sie sich auch noch darum kümmern?“ Diesem Vorwurf habe sich die Landeschefin gar nicht erst ausgesetzt.

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