Die Loire, Frankreichs längster Fluss, zeigt derzeit ein erschreckendes Bild: In der Region Pays de la Loire ist das Flussbett vielerorts ausgetrocknet und gleicht einer Sandbank. Die Schifffahrt musste eingestellt werden, nur noch wenige Pfützen erinnern an den einst mächtigen Strom. Die Aufnahmen der Nachrichtenagentur Reuters dokumentieren die dramatischen Auswirkungen der anhaltenden Hitzewelle und des fehlenden Regens.
Hitzewelle und Dürre setzen Frankreich zu
Seit Wochen leidet Frankreich unter extremer Hitze und Trockenheit. Der Juni 2026 war laut offiziellen Aufzeichnungen der zweitwärmste Juni weltweit, mit den höchsten je gemessenen Meerestemperaturen in diesem Monat. Vielerorts stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius. Die französische Gesundheitsbehörde Santé publique France schätzt, dass im Zusammenhang mit der Hitzewelle rund 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen sind – vorläufige Zahlen, die nach oben korrigiert werden könnten.
Die Loire, die zuvor als Inbegriff französischer Landschaftsschönheit galt und deren Tal als „Garten Frankreichs“ bezeichnet wird, führt kaum noch Wasser. Weinberge, Schlösser und Städte entlang des Flusses leiden unter der Dürre. Laut Bloomberg ist bis zu einem Drittel der Ernte vernichtet. Die Landwirtschaft steht vor enormen Verlusten.
Wasserbeschränkungen in fast ganz Frankreich
Besonders betroffen sind der Großraum Paris und die Region Pays de la Loire, wo die aktuellen Bilder entstanden sind. In 94 von 96 französischen Départements gelten aufgrund der Dürre Warnungen oder konkrete Einschränkungen. Bürger dürfen ihre Gärten nicht mehr bewässern, Pools nicht befüllen und Autos nicht waschen. Die Behörden rufen zu sparsamem Umgang mit Wasser auf.
Die Loire ist an vielen Stellen nur noch mit dem Auto, nicht mit dem Boot passierbar. Fotos zeigen ein trockenes Flussbett mit vereinzelten Pfützen, über das eine Brücke führt, die nur noch dafür sorgt, dass Fahrzeuge nicht im Sand stecken bleiben. Die Bilder wirken surreal, sind aber Realität in Frankreich.
Keine Besserung in Sicht
Ab dem kommenden Wochenende steigen die Temperaturen in Frankreich erneut deutlich an. Heiße Luft schiebt sich vor allem über den Süden und die Mitte des Landes. Regen ist nicht in Sicht. Die Dürre wird sich voraussichtlich weiter verschärfen. Die Landwirte blicken sorgenvoll auf die kommenden Wochen, denn die Ernteausfälle könnten noch größer werden.
Die Loire ist nicht der einzige Fluss, der unter der Trockenheit leidet. In ganz Europa kämpfen Regionen mit Wassermangel, während Asien unter sintflutartigen Regenfällen und Schlammlawinen leidet. Die gegensätzlichen Extremwetterereignisse verdeutlichen die globalen Auswirkungen des Klimawandels.



