Eine aktuelle Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA sorgt für Aufsehen in der Hauptstadt: Die AfD liegt in Berlin erstmals auf Platz eins. Laut der Erhebung käme die in Teilen rechtsextreme Partei mit Spitzenkandidatin Kristin Brinker bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus auf 19 Prozent der Stimmen. Damit liegt sie knapp vor der Linkspartei und der CDU, die jeweils 18 Prozent erreichen. Die Grünen kommen auf 16 Prozent, die SPD nur auf 13. Die FDP würde mit vier Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen, ebenso das BSW, das ebenfalls vier Prozent erhält.
Auftraggeber der INSA-Wahlumfrage ist das umstrittene, rechtspopulistische Portal NIUS. Das Ergebnis überrascht, denn vor gerade einmal einer Woche hatte das Institut Infratest dimap im Auftrag des RBB eine Erhebung durchgeführt, die zu ganz anderen Ergebnissen kam. Bei Infratest lag die Linkspartei mit 22 Prozent vor der CDU (20 Prozent) und den Grünen (17 Prozent). Die AfD kam mit 16 Prozent nur auf Platz vier.
Keine Koalitionsoption für die AfD
Trotz des Umfragehochs hat die AfD keine realistische Machtoption. Alle anderen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien haben eine Koalition mit der Rechtsaußenpartei ausgeschlossen. Die Wahl findet am 20. September 2026 statt.
Dreierkoalition als wahrscheinlichste Regierungsform
Als wahrscheinlichste Regierungsform gilt nach der Wahl eine Dreierkoalition. Basierend auf den aktuellen Umfragen wären ein Bündnis von CDU, SPD und Grünen oder eine rot-grün-rote Koalition von Linkspartei, Grünen und SPD möglich. Genau das will die CDU in der Hauptstadt verhindern. Der neue CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers malte eine von der Linkspartei angeführte Koalition zuletzt als Horrorszenario an die Wand.
Allerdings könnte eine Koalition von Linkspartei, Grünen und SPD auch an inhaltlichen Differenzen scheitern. Besonders bei den Themen Verkehr und Wohnen gibt es erhebliche Gegensätze. So würden die Grünen etwa die von der Linkspartei angestrebten Enteignungen großer Wohnungskonzerne mittragen, die SPD hat sich jedoch dagegen ausgesprochen.



