Die Bundesanwaltschaft hat in Thüringen zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ festnehmen lassen. Den beiden Deutschen wird vorgeworfen, gemeinsam mit Komplizen versucht zu haben, eine Asylbewerberunterkunft im Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen.
„Dazu schlug die Gruppe ein Fenster ein und versuchte, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Innere des Gebäudes zu schießen“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Ein Feuer sei jedoch nicht ausgebrochen.
Vorwürfe: Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und versuchter Mord
Den Beschuldigten werde unter anderem vorgeworfen, als Jugendliche mit Verantwortungsreife eine inländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Zudem wird ihnen unter anderem versuchter Mord zur Last gelegt. Die Festnahmen erfolgten am Mittwoch in den Landkreisen Altenburger Land und Gera, die Haftbefehle wurden am Donnerstag eröffnet. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte die Haftbefehle in Vollzug.
Gruppe rekrutierte über soziale Medien
Die „Letzte Verteidigungswelle“ ist eine in mehreren Bundesländern aktive Gruppe junger Neonazis. Seit 2024 rekrutierte sie über soziale Medien wie Instagram, TikTok und Telegram Anhänger. Sie steht schon länger im Visier der Bundesanwaltschaft. Im Mai 2025 hatten die obersten Strafverfolger zunächst fünf mutmaßliche Anhänger der Gruppe festgenommen, die damals zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Drei weitere Verdächtige saßen zu dem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft. Alle acht stehen mittlerweile am Oberlandesgericht in Hamburg vor Gericht.
Bundesweite Razzia im März
Mitte März ging die Bundesanwaltschaft erneut mit einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppe vor. Die „Letzte Verteidigungswelle“ versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“. Ihr Ziel sei es gewesen, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen.



