Die albanische Staatsanwaltschaft für Korruption und organisiertes Verbrechen (Spak) hat 20 Haftbefehle beantragt. Einige dieser Haftbefehle könnten in Verbindung mit einem umstrittenen Bauprojekt im Umfeld von US-Präsident Donald Trump stehen. Dies teilte Spak am Samstag mit.
Ermittlungen im Kokainhandel decken Geldwäsche auf
Laut Spak ergab eine Untersuchung des internationalen Kokainhandels die Beteiligung mehrerer Albaner. Diese stehen im Verdacht, der Verschleierung der Herkunft von Vermögenswerten und der Einschleusung illegaler Erlöse in die formelle Wirtschaft zu dienen. Die Gerichte wurden ersucht, die Festnahme von 20 Menschen anzuordnen; bis Samstag wurden vier Personen festgenommen.
Beschlagnahmung von Vermögenswerten
Die Gerichte ordneten die vorsorgliche Beschlagnahmung mehrerer Vermögenswerte im Zusammenhang mit Verkaufskontrakten an. In diesen Verträgen werden auch Initialen von Firmen und Personen erwähnt, die für Beteiligte an dem umstrittenen Bauprojekt in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Küste stehen könnten. Die Erklärung spricht von Bauprojekten in Küstengebieten, ohne Zvernec ausdrücklich zu nennen.
Luxusresort in Zvernec geplant
In Zvernec, rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tirana, soll ein Luxus-Urlaubsresort entstehen. Dieses Projekt wird mit Trumps Tochter Ivanka und ihrem Ehemann Jared Kushner in Verbindung gebracht. Geplant ist auch die Umwandlung der unbewohnten Insel Sazan – einst eine geheime kommunistische Militärbasis – in einen Urlaubsort. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel und Flamingos.
Proteste in Albanien
Gegen das Projekt gibt es seit zwei Wochen täglich Proteste. Die Demonstranten fordern nicht nur einen Stopp des Projekts, sondern auch den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama. Auch am Samstag versammelten sich tausende Demonstranten in Tirana.
Wirtschaftliche Hintergründe
Die albanische Regierung versucht seit langer Zeit, ihre Wirtschaft durch den Tourismus anzukurbeln. Die Familie von Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen nicht nur Trumps Söhnen, sondern auch Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft Trumps für eigene Geschäfte zu nutzen.



