Die Ermittler gehen nach dem Brand an der Hauptbahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln von einem vorsätzlichen Sabotageakt aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei Köln mitteilten. Am Freitag waren durch Feuer in Kabelschächten zahlreiche Kabel beschädigt worden, was zu einem Böschungsbrand führte, den die Feuerwehr löschte. Die Strecke wurde am Samstagabend wieder freigegeben, der Zugverkehr läuft laut Deutscher Bahn seit Sonntag ohne Einschränkungen. Ein Bahnsprecher sagte: „Die Strecke ist vollständig repariert und der Zugverkehr läuft reibungslos.“
Bekennerschreiben der „Angry Birds“ aufgetaucht
Am Samstagmorgen erschien auf der linken Plattform indymedia.org ein mutmaßliches Bekennerschreiben der Gruppe „Kommando Angry Birds“. Diese Gruppe, benannt nach einem Computerspiel, wird bereits mit mehreren Anschlägen auf Bahnstrecken in Verbindung gebracht. In dem Schreiben heißt es, die Gruppe sei verantwortlich „für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen“. Demnach wurden Brandsätze mit Timern und je einem Liter Grillanzünder in einem großen Kabelschacht an der Wupperbrücke sowie in einem schmaleren Schacht deponiert.
Motiv: Kampf gegen industrielle Technologie
Als Motiv für den Anschlag wird ein „Massensterben“ durch die „technologische Eskalation“ genannt, das aufgehalten werden müsse. Die Gruppe fordert die „Beseitigung der industriellen Technologie“. Sicherheitskreise gehen laut Deutscher Presse-Agentur davon aus, dass das Schreiben echt ist. Ein technischer Defekt als Ursache für den Böschungsbrand gilt als unwahrscheinlich.
Reaktion von Innenminister Reul
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) reagierte scharf auf den Anschlag. „Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage“, sagte er. Dies treffe den Alltag vieler Menschen und nehme „Kollateralschäden“ billigend in Kauf. Reul fügte hinzu: „Diese Chaoten berufen sich darauf, eine Welt herzustellen, in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe. Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht. Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos. Sie zielen darauf ab, Politik durch Gewalt zu ersetzen. Das akzeptieren wir nicht.“
Ermittlungen und Zeugensuche
Die Kriminalpolizei sucht Zeugen. Techniker hatten das Feuer an einer Eisenbahnbrücke über die Wupper nahe der Solinger Straße am Freitagvormittag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Ein Polizeisprecher aus Köln bestätigte, dass bei Reparaturarbeiten ein zweiter Brandsatz rund 200 Meter entfernt gefunden wurde. Die Gruppe „Kommando Angry Birds“ hatte bereits im Juli 2025 einen Anschlag auf die Strecke zwischen Düsseldorf und Duisburg verübt, der tagelange Sperrungen verursachte. Im Januar 2026 bekannte sie sich zu einem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath, der fehlschlug.
Frühere Taten der Gruppe
Innenminister Reul hatte bereits vor einem Jahr vor der Gruppe gewarnt. „Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert“, sagte er im August 2025. Dazu zählten Anschläge auf Telekommunikationsmasten in Langenfeld-Erkrath und ein Tunnelbrand an der Autobahn 46. Die Ermittlungen seien aufwendig, da es sich nicht um eine fest gefügte Gruppe handele.



