US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr erklärt. „Sie ist offen“, sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“. Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstraße, die der Iran nicht kontrolliere.
Iranische Revolutionsgarden schließen Meerenge
Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in der Nacht bekannt gegeben, dass die Meerenge bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten. Zuvor hatte die Marine der IRGC nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgegeben, das eine nicht genehmigte Route befahren haben soll. Nach Angaben des indischen Außenministeriums wird ein indischer Staatsbürger von diesem Schiff vermisst – zehn Inder konnten gerettet werden.
USA bombardieren 140 iranische Ziele
Die USA bombardierten daraufhin rund 140 iranische Militärziele entlang der Südküste – die dritte Angriffswelle binnen einer Woche. Trump sagte dazu auf CNN: „Wir haben sie letzte Nacht hart getroffen.“ Bei den US-Angriffen auf den Hafen von Dschask im Süden des Iran wurde nach Angaben Teherans ein iranischer Soldat getötet, wie die Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim meldeten.
Iran schlägt zurück: Angriffe auf Golfstaaten
Der Iran schlug mit Raketen und Drohnen auf Ziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück. In Jordanien schlugen drei iranische Raketen ein, es gab keine Verletzten. Die Vereinigten Arabischen Emirate wehrten Angriffe mit Raketen und Drohnen ab, Katar meldete drei Verletzte durch herabfallende Trümmerteile. Auch in Bahrain und Kuwait war die Luftabwehr im Einsatz. Der Oman meldete Drohnenangriffe nahe der Straße von Hormus in der Provinz Musandam.
Rahmenabkommen und Vermittlungsversuche
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Krieges ebnen sollte. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln, einschließlich der Öffnung der Straße von Hormus. Der Golfstaat Oman legte einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt auf der südlichen Route vor – auf der nördlichen Route wären Genehmigungen Teherans nötig, aber ebenfalls keine Gebühren. Gespräche am Samstag in Maskat endeten ohne Durchbruch. Trump sagte auf CNN, der Iran habe kurz vor einem Deal gestanden: „Sie waren dabei, alles aufzugeben, und dann plötzlich, zwei Stunden später, trafen sie ein Schiff mit einer Drohne.“
Katar rät zu vorübergehendem Stopp der Schifffahrt
Katar riet nach den iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs. Das betrifft auch Fischer- und Freizeitboote. Katar meldete erneute Angriffe aus dem Iran mit drei Verletzten. Das Land tritt zusammen mit Pakistan als Vermittler auf.
Chamenei-Berater: Straße von Hormus wichtiger als Atombomben
Der Militärberater des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, erklärte, die Straße von Hormus sei „wichtiger als Dutzende von Atombomben, und die Islamische Republik Iran wird sie schützen“. Westliche Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben; Teheran bestreitet dies.



