Selbsternannter „Batman“ klebt in Mexiko mutmaßliche Diebe an Laternenpfähle
„Batman“ klebt in Mexiko Diebe an Laternenpfähle

In der mexikanischen Stadt Lagos de Moreno sorgt ein selbst ernannter „Batman“ für Aufsehen, indem er mutmaßliche Diebe öffentlich bloßstellt und an Laternenpfähle klebt. Die Polizei steht vor einem Rätsel und fahndet nach dem Unbekannten, der innerhalb von nur zehn Tagen mindestens fünf Männer auf diese spektakuläre Weise zur Strecke gebracht haben soll.

Spektakuläre Selbstjustiz in Touristenstadt

Lagos de Moreno, eine Stadt mit rund 110.000 Einwohnern im Westen Mexikos, ist eigentlich für ihre gut erhaltene Kolonialarchitektur und den Tourismus bekannt. Doch nun steht der Ort weltweit in den Schlagzeilen – nicht wegen seiner Sehenswürdigkeiten, sondern wegen einer Person, die offenbar auf spektakuläre Art und Weise Selbstjustiz übt. Der erste Fall wurde am 13. Juni 2026 gemeldet. Seitdem kamen innerhalb von zehn Tagen vier weitere Fälle hinzu.

Die mutmaßlichen Diebe wurden mit silbernem Klebeband gefesselt und an Laternenpfähle geklebt. Über ihren Köpfen hingen rosa Warnschilder mit den angeblichen Verbrechen, die sie begangen haben sollen. Viele der Männer trugen das spanische Wort „ratero“ (Dieb) ins Gesicht gekritzelt. Einige wiesen zudem Spuren von Misshandlungen auf, darunter Schnittwunden und blutige Gesichter. Rettungskräfte befreiten die festgeklebten Männer.

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Fahndung nach dem „Batman von Lagos de Moreno“

Der mexikanische Journalist Luis Cárdenas taufte den unbekannten Selbstjustizler auf der Plattform X als „Batman von Lagos de Moreno“. Berichten zufolge soll der Mann frustriert darüber gewesen sein, dass die örtlichen Behörden zu langsam vorgegangen seien. Daraufhin habe er beschlossen, selbst zu handeln. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft suchen fieberhaft nach der Person, die für die Selbstjustiz verantwortlich ist. Bisher ist der „Batman“ jedoch weiter auf freiem Fuß.

Die Aktionen des Unbekannten werfen ein Schlaglicht auf das Problem der ausbleibenden Strafverfolgung in Mexiko. Viele Bürger fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen und greifen zunehmend zu Selbstjustiz. Der Fall erinnert an andere spektakuläre Selbstjustiz-Aktionen in Lateinamerika, bei denen Bürger die Verfolgung von Kriminellen selbst in die Hand nehmen.

Reaktionen und Ermittlungen

Die mexikanischen Behörden haben eine großangelegte Fahndung eingeleitet. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Identität des Täters. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wie die „New York Post“ und mehrere mexikanische Medien berichten, sind die Ermittlungen schwierig, da der „Batman“ offenbar gezielt vorgeht und keine Spuren hinterlässt.

Die Selbstjustizaktionen haben in der Bevölkerung gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während einige die Aktionen des Unbekannten begrüßen, weil sie sich von der Polizei im Stich gelassen fühlen, lehnen andere die Selbstjustiz strikt ab. „Selbstjustiz ist kein Weg, um Gerechtigkeit zu schaffen. Sie untergräbt den Rechtsstaat“, zitiert ein lokaler Journalist einen Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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