In Nordirland eskaliert die Gewalt nach einer Messerattacke. Der Hass richtet sich besonders gegen Einwanderer. Die Gewerkschaft Unison berichtet von bedrohlichen Auftritten sogenannter Bürgerwehren.
Gewaltausbruch in Belfast
Randalierer werfen Holzlatten und Steine auf Polizeifahrzeuge. Sirenen heulen. Szenen wie diese sind seit Anfang der Woche an mehreren Stellen von Belfast zu sehen.
Patricia McKeown von der Gewerkschaft Unison sagt: „Das ist Hass. Das ist Hass, der Menschenleben gefährdet.“
Auslöser für die Gewalt war eine Messerattacke mit einem Schwerverletzten. Von der Nachrichtenagentur Reuters verifizierte Bilder zeigen die Momente nach der Tat. Mehrere Menschen kommen dem Opfer zu Hilfe. Ein 30 Jahre alter Sudanese hatte, wie andere Aufnahmen zeigen, mehrfach mit einem Messer auf einen Mann eingestochen und offenbar versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden.
Bürgerwehren bedrohen Krankenhauspersonal
Nachdem Videos der Tat öffentlich wurden, versammelten sich in Belfast immer wieder Menschen: zunächst, um zu demonstrieren, später, um Gewalt auszuüben.
Patricia McKeown berichtet: „Unsere Mitarbeiter werden in den Straßen von Belfast von Bürgerwehren angehalten, insbesondere vor Krankenhäusern. Sie prüfen ihre ethnische Zugehörigkeit und filmen ihre Kennzeichen. Es kommt vor, dass Mitarbeiter auf dem Weg zur und von der Arbeit verfolgt werden. Gestern Abend wurde eine Krankenschwester von vier maskierten Männern verfolgt, in einem der großen Krankenhäuser im Osten der Stadt.“
Laut der Unison-Gewerkschaft richtet sich die Gewalt vorwiegend gegen Einwanderer. In den vergangenen Nächten hatten Randalierer in Belfast mehrere Häuser und Fahrzeuge in Brand gesteckt.



