Mehrere junge Diplomatinnen im Auswärtigen Amt haben schwerwiegende Vorwürfe gegen Generalkonsul Till Knorn erhoben. Laut internen Akten, die BILD vorliegen, soll Knorn wiederholt sexuell übergriffiges Verhalten gezeigt haben. Die Vorfälle ereigneten sich bei verschiedenen Anlässen wie Weihnachtsfeiern, Staatsbesuchen, Karnevalspartys und Dienstreisen. Die Frauen fühlten sich durch anzügliche Sprüche und einen angeblichen Griff an den Po belästigt.
Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Verhaltensmuster
In den vertraulichen Dokumenten ist von „wiederkehrenden Verhaltensmustern“ die Rede. Die betroffenen Diplomatinnen beschreiben, dass Knorn ihnen unangemessen nahe kam und abfällige Bemerkungen machte. Ein Vorfall soll sich auf der Weihnachtsfeier des Konsulats ereignet haben, ein anderer während eines Staatsbesuchs. Auch bei einer Karnevalsparty und auf mehreren Dienstreisen soll es zu Übergriffen gekommen sein. Die Frauen haben sich daraufhin bei der internen Beschwerdestelle des Auswärtigen Amts gemeldet.
Reaktion von Till Knorn und dienstliche Konsequenzen
Till Knorn bestreitet die Vorwürfe. Gegenüber BILD erklärte er, die Anschuldigungen seien haltlos und er werde sich rechtlich zur Wehr setzen. Dennoch zog das Auswärtige Amt Konsequenzen: Der ursprünglich für den Posten des Generalkonsuls in New York vorgesehene Diplomat wird nun in der Berliner Zentrale eingesetzt. Eine offizielle Stellungnahme des Ministeriums liegt noch nicht vor. Die interne Untersuchung läuft.
Bedeutung für das Auswärtige Amt
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Arbeitsklima im Auswärtigen Amt. Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Vorwürfe gegen ranghohe Diplomaten. Die Behörde hat in den letzten Jahren Maßnahmen zur Prävention sexueller Belästigung ergriffen, darunter Schulungen und eine unabhängige Beschwerdestelle. Kritiker fordern jedoch schärfere Sanktionen und mehr Transparenz bei der Aufarbeitung solcher Fälle. Die betroffenen Diplomatinnen hoffen, dass ihr Mut andere ermutigt, ebenfalls Vorfälle zu melden.



