Zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sind im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein von Beamten des Bundeskriminalamts verhaftet worden. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Männer sollen sich demnach spätestens 2014 im Irak der Vereinigung angeschlossen und für sie gekämpft haben.
Vorwürfe: Kommandeur einer Kampfeinheit und Besetzung einer Raffinerie
Die Bundesanwaltschaft wirft einem der Beschuldigten vor, Teil der sogenannten Schariapolizei gewesen zu sein sowie Kommandeur einer IS-Kampfeinheit. Der andere habe unter anderem eine Erdölraffinerie in der Stadt Baidschi im Norden des Irak besetzt, die Eigentum des irakischen Staats war. Der Vorwurf lautet Kriegsverbrechen gegen Eigentum.
Hintergrund: IS-Regime und Terror in Europa
Der „Islamische Staat“ errichtete von 2014 bis 2019 in Syrien und Irak ein brutales Regime, in dem gefoltert, vergewaltigt und gemordet wurde. Zudem trug die Miliz den Terror nach Europa. Bei Anschlägen im Namen des IS starben in Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien und England Hunderte Menschen.
Nach der Festnahme: Untersuchungshaft angeordnet
Direkt nach der Verhaftung wurden die Beschuldigten laut Pressemitteilung dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Die beiden Iraker sind nun in Untersuchungshaft.
Weitere Ermittlungen: Mitgliederlisten des IS in Deutschland
Dem Bundeskriminalamt sind nach SPIEGEL-Informationen Mitgliederlisten des „Islamischen Staats“ in die Hände gefallen. Einige mutmaßliche Terroristen leben heute in Deutschland.



