Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat eine Senkung der Gewerbesteuer für Pubs, Clubs und Live-Musik-Veranstaltungsorte um 20 Prozent angekündigt. Die Maßnahme soll ab April 2027 greifen und ist Teil seines Vorhabens, den Kostendruck auf Haushalte und Unternehmen angesichts der hohen Inflation abzumildern.
Inflationsrückgang bleibt hinter Zielmarke
Die Teuerungsrate in Großbritannien ging zwar im Juni zurück, liegt mit 2,6 Prozent aber weiterhin deutlich über dem Stabilitätsziel der Bank of England von 2,0 Prozent. Die Zentralbank rechnet zudem damit, dass die Inflation im laufenden Sommerquartal auf drei Prozent ansteigen könnte. Vor diesem Hintergrund will Burnham gezielt für Entlastung sorgen.
Steuersenkung für 32.000 Lokale
„Zu lange haben Regierungen tatenlos zugesehen, wie beliebte Lokale aus unseren Ortskernen verschwanden. Das ändere ich heute“, erklärte Burnham. Für einen typischen britischen Pub bedeute die Steuersenkung Einsparungen von rund 1100 Pfund (etwa 1290 Euro) im kommenden Jahr. Insgesamt sollen fast 32.000 Lokale profitieren. Die Maßnahme kostet die Regierung jährlich rund 100 Millionen Pfund.
Signal der Handlungsfähigkeit
Obwohl es sich um vergleichsweise geringe Summen handelt, versucht der neue Labour-Premierminister zu zeigen, dass die Regierung die Lebenshaltungskosten rasch senken kann. Sein unpopulärer Vorgänger Keir Starmer hatte die ersten Monate seiner Amtszeit vor allem damit verbracht, Gutachten zu möglichen politischen Änderungen in Auftrag zu geben. Die Senkung der Gewerbesteuer folgt auf Burnhams Entscheidung, eine Abgabe auf Stromrechnungen für Privathaushalte zu streichen, sowie auf die Einführung einer Obergrenze für Busfahrpreise.



