Pierluigi Collina (66), seit 2017 Chef der Fifa-Schiedsrichter, hat sich gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, dass die Unparteiischen bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada beeinflusst würden. Die Schiri-Legende, die von 1995 bis 2005 selbst Fifa-Referee war, betonte die Unabhängigkeit seiner Abteilung und wies jegliche Manipulationsvorwürfe zurück.
Ägypten beschwert sich nach Achtelfinal-Aus
Hintergrund der Debatte ist die Achtelfinal-Niederlage Ägyptens gegen Argentinien (2:3). Die Ägypter hatten sich über die Leistung von Schiedsrichter François Letexier (37) beschwert und behauptet, die WM sei zugunsten Argentiniens manipuliert. Collina konterte: „Natürlich wird eine konstruktive Diskussion über Entscheidungen immer Teil des Fußballs sein, aber unbegründete Anschuldigungen haben in unserem Sport keinen Platz. Niemand darf die Integrität der Spieloffiziellen der Fifa-Weltmeisterschaft in Frage stellen. Wenn so etwas geschieht, kann dies Reaktionen hervorrufen, die zu Drohungen gegen sie und ihre Familien führen. Das ist nicht richtig.“
Collina stellt sich hinter Infantino
Der Italiener stellte zudem klar, dass auch Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) keinen Einfluss auf die Schiedsrichter habe. Infantino war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem die Fifa die Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun (25) für das Achtelfinale gegen Belgien aufgehoben hatte. Collina, der sechsmal zum Weltschiedsrichter des Jahres gewählt wurde, sagte: „Ebenso kann niemand behaupten, dass die Fifa-Schiedsrichterabteilung von irgendjemandem beeinflusst werden kann, nicht einmal vom Fifa-Präsidenten.“
Er ergänzte: „Er hat stets seine volle Unterstützung für das ‚Fifa Team One‘ (Schiedsrichter-Team für die WM 2026) bekundet und uns gleichzeitig vertraut, dass wir völlig unabhängig arbeiten. Die Schiedsrichter treffen ehrliche Entscheidungen und versuchen, genau wie Spieler und Trainer, stets ihr Bestes zu geben.“



