Der Widerstand gegen die umstrittenen Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst. Nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat nun auch der Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (Concacaf) seine geschlossene Ablehnung erklärt. Dies teilte der Verband nach einer gemeinsamen Sitzung mit und verdeutlicht damit den zunehmenden Gegenwind für den Weltverband.
Concacaf positioniert sich gegen Infantino
Die Concacaf, zu deren Mitgliedern auch die drei gemeinsamen WM-Gastgeber 2026 – USA, Mexiko und Kanada – zählen, lehnt die in dieser Woche von der FIFA verkündeten Pläne zur Einbindung von Investoren ab. Damit stellen sich 41 Verbände aus der Region geschlossen gegen Infantino. Der FIFA-Boss hatte den 211 Mitgliedsverbänden Einnahmen in vierfacher Höhe in Aussicht gestellt, falls sie dem Deal zustimmen. Doch die Kritik an dem Vorgehen ist massiv: Die Concacaf bemängelt das fehlende ordnungsgemäße Verfahren, die künstlich verkürzte Frist und das Fehlen jeglicher Prüfung oder Genehmigung durch die zuständigen FIFA-Gremien.
UEFA droht mit Boykott
Bereits wenige Stunden vor der Concacaf-Entscheidung hatte die UEFA einstimmig beschlossen, alle FIFA-Spiele zu boykottieren, falls der Weltverband an seinem Plan festhalte. „Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet”, erklärte die UEFA in einer scharfen Stellungnahme. Mit den 55 Stimmen der Europäer und den 41 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika fehlen Infantino bereits 96 der 211 Stimmen – für eine einfache Mehrheit von 106 Stimmen ist das ein herber Dämpfer.
FIFA setzt Frist bis September
Hintergrund der Kontroverse ist der geplante Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der FIFA, etwa an der Weltmeisterschaft, an Investoren. Laut Medienberichten soll der Weltverband dafür eine Milliardensumme einnehmen wollen. Gleichzeitig setzte die FIFA eine Frist für die Zustimmung der Mitgliedsverbände: Der Stichtag für die Entscheidung über den Investorendeal ist der 19. September. Als Anreiz versprach die FIFA im Gegenzug eine Sonderzahlung an die Verbände. Ob dieser Plan angesichts des massiven Widerstands noch eine Mehrheit findet, ist mehr als fraglich. Die Concacaf kündigte zwar keinen Boykott an, machte aber ihren Unmut deutlich und stellte sich klar gegen Infantinos Vorgehen.



