Ukrainische Drohnen legen Flughafen St. Petersburg lahm
Drohnenangriff: Flughafen Pulkowo gestört

Zum Abschluss des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg haben ukrainische Streitkräfte die Millionenstadt erneut mit Drohnen angegriffen. Der Flughafen Pulkowo, der wichtigste internationale Flughafen der Region, musste am Samstagmorgen vorübergehend den Betrieb einstellen. Starts und Landungen wurden zeitweise ausgesetzt, was zu erheblichen Verzögerungen und Streichungen führte.

Großangelegter Drohnenangriff auf St. Petersburg

Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten die Bevölkerung über einen „großangelegten Angriff durch militärische Drohnen“. Die Flugabwehr sei aktiv, hieß es auf Telegram. Die Bewohner wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und die Straßen zu meiden. Es könne zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen.

Bereits am ersten Tag des Wirtschaftsforums am Mittwoch hatte es einen Angriff auf eine Ölraffinerie gegeben, der schwarze Rauchwolken über der Altstadt verursachte. Die Altstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

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Flughafen Pulkowo stark betroffen

Der Flughafen Pulkowo verfügt über einen eigenen Bereich für Geschäftsreisende und VIP-Delegationen. Die Störungen könnten daher auch Delegationen betreffen, die an dem umstrittenen Wirtschaftsforum teilnehmen und am Samstag abreisen wollen. Aus Deutschland war etwa eine Delegation der AfD angereist. Zahlreiche Abflüge und Ankünfte verspäteten sich seit sechs Uhr Ortszeit deutlich oder wurden gestrichen. Mehrere Flüge mussten stundenlang auf eine Landeerlaubnis warten.

Drohnenalarm auch in anderen Regionen

Im Leningrader Gebiet um St. Petersburg meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Es kam zu Bränden. Auch der von der russischen Kriegsmarine genutzte Ostseehafen von Kronstadt wurde angegriffen. Berichte über Drohnenschläge gab es zudem aus dem Gebiet Krasnodar im Süden sowie aus anderen Teilen Russlands. Der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei betroffen, hieß es. Nach Explosionen seien Öldepots in Brand geraten. In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die große Feuer und Rauchwolken zeigen, die jedoch zunächst nicht unabhängig überprüft werden konnten.

Auswirkungen auf das Wirtschaftsforum

Die ukrainischen Drohnenattacken gegen die russische Ölindustrie und militärische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum, das am Samstag ausklingt. Die Ukraine wehrt sich mit diesen Gegenangriffen gegen den seit gut vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg. Kremlchef Wladimir Putin räumte beim Forum am Freitagabend ein, dass es durch die Angriffe einen „gewissen Schaden“ für die Wirtschaft gebe. „Diese Attacken führen natürlich zu nichts Gutem“, sagte er. Wichtig sei eine Stärkung der Flugabwehr, Risiken für die Wirtschaft Russlands gebe es aber nicht, meinte der Präsident. Das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen für Friedensverhandlungen lehnte er ab.

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