Epstein in Berlin: SPD fragt nach Ermittlungen – keine Aufarbeitung
Epstein in Berlin: SPD fragt nach Ermittlungen

Im März 2012 besuchte der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Berlin für weniger als zwölf Stunden. Ein SPD-Politiker wollte nun von den Behörden wissen, ob es mögliche Ermittlungen zu diesem Aufenthalt gibt. Die Antwort: Es gab keine Aufarbeitung.

Epsteins Kurzbesuch in der Hauptstadt

Am 21. März 2012 landete Epstein in Berlin. Sein Aufenthalt dauerte nur wenige Stunden, doch die genauen Umstände sind bis heute unklar. Der Investigativ-Reporter Julian Würzer berichtet, dass Epstein in dieser Zeit offenbar mehrere Treffen hatte, deren Inhalt und Teilnehmer jedoch im Dunkeln bleiben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, dass es keine Ermittlungen zu diesem Besuch gegeben habe. Auch eine politische oder justizielle Aufarbeitung sei nicht erfolgt. Dies wirft Fragen auf, insbesondere da Epstein international als zentrale Figur eines riesigen Missbrauchsnetzwerks gilt.

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SPD-Politiker fordert Transparenz

Der SPD-Politiker, der namentlich nicht genannt werden möchte, hatte eine schriftliche Anfrage an den Berliner Senat gerichtet. Er wollte wissen, ob die Behörden von Epsteins Aufenthalt wussten und ob es Kontakte zu deutschen Politikern oder Wirtschaftsvertretern gab. Die Antwort des Senats fiel knapp aus: Man habe keine Erkenntnisse über Epsteins Aktivitäten in Berlin.

„Es ist erschreckend, dass ein so prominenter Sexualstraftäter unbehelligt nach Berlin reisen konnte und bis heute keine Aufklärung stattfindet“, sagte der Politiker. Er kündigte an, das Thema weiterzuverfolgen und gegebenenfalls eine parlamentarische Initiative zu starten.

Fehlende internationale Kooperation

Experten kritisieren, dass Deutschland bei der Aufarbeitung von Epsteins Netzwerk hinterherhinke. Während die USA umfangreiche Ermittlungen durchgeführt haben, blieben die Kontakte nach Europa weitgehend unerforscht. „Es ist wahrscheinlich, dass Epstein auch in Berlin Verbindungen zu einflussreichen Personen hatte“, so ein Kriminologe. „Doch ohne politischen Willen wird das nie ans Licht kommen.“

Die Berliner Justiz verweist auf fehlende Anhaltspunkte für Straftaten in Deutschland. Epstein war in den USA wegen Sexualdelikten verurteilt worden, in Deutschland lag kein Haftbefehl vor. Daher habe es keine rechtliche Handhabe gegeben, ihn zu überwachen oder zu befragen.

Epsteins Tod und offene Fragen

Jeffrey Epstein starb im August 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft, doch zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich darum. Bis heute sind viele Details seines Netzwerks ungeklärt – auch in Berlin.

Der SPD-Politiker fordert nun eine unabhängige Untersuchungskommission. „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Spur einfach im Sande verläuft“, sagte er. Die Berliner Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linken zeigt sich bislang zurückhaltend. Eine offizielle Stellungnahme des Senats steht noch aus.

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