Mark Esper, der ehemalige US-Verteidigungsminister unter Präsident Donald Trump, hat öffentlich bezweifelt, dass die USA den Konflikt mit dem Iran allein durch Luftangriffe für sich entscheiden können. In einem Interview mit der „Financial Times“ erklärte Esper, dass eine Wiederaufnahme der Bombardements, wie sie bereits vor Monaten stattfanden, selbst über einen längeren Zeitraum hinweg keine entscheidende Wende bringen würde. Der Wille Teherans, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu kontrollieren, lasse sich auf diesem Wege nicht brechen.
Esper plädiert für wirtschaftliche Strangulierung des Iran
Statt auf militärische Gewalt zu setzen, empfiehlt Esper eine Strategie der wirtschaftlichen Isolation. Die USA müssten versuchen, den Iran „wirtschaftlich zu strangulieren“. Dies erfordere jedoch „Zeit, Geduld und Disziplin“ sowie die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Als unvermeidliche Konsequenz nannte Esper „für eine gewisse Zeit höhere Benzinpreise“. Der ehemalige Minister, den Trump kurz nach seiner Wahlniederlage 2020 entlassen hatte, definierte zwei zentrale Erfolgskriterien für die USA im Iran-Konflikt: die Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie ein neues Atomabkommen mit dem Iran, das „mindestens genauso gut – wahrscheinlich aber besser“ sein müsse als das von Barack Obama ausgehandelte Abkommen.
Netanjahu sagt US-Reise ab – Treffen mit Trump ungewiss
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine für die kommenden Tage geplante Reise in die USA abgesagt. Als Grund nannte sein Büro die Verschiebung der Beisetzung von US-Senator Lindsey Graham auf Ende des Monats. Ursprünglich hatte Netanjahu laut Insidern am Samstag in die USA reisen wollen, um ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump zu suchen. Ob dieses Treffen zustande gekommen wäre, galt jedoch bereits vor der Absage als unklar.
Spritpreise steigen rasant – Diesel mit größtem Tages sprung seit Monaten
Die erneute Eskalation im Iran-Konflikt treibt die Spritpreise in Deutschland in die Höhe. Laut Daten des ADAC verteuerte sich Diesel allein von Dienstag auf Mittwoch im Tagesdurchschnitt um 6,2 Cent – der höchste Tagessprung seit fast vier Monaten, abgesehen vom Ende des Tankrabatts. Im Tagesschnitt des Mittwochs kostete ein Liter Diesel 2,132 Euro. Binnen zehn Tagen hat sich der Kraftstoff damit um 18,6 Cent verteuert. Erstmals seit Mitte Mai überholte Diesel damit Superbenzin der Sorte E10, das am Mittwoch bei 2,117 Euro pro Liter lag.
Iran: Kontrolle der Straße von Hormus ist „rote Linie“
Für den Iran ist die Kontrolle der Straße von Hormus eine „rote Linie“, wie Armeesprecher Brigadegeneral Mohammad Akraminia erklärte. Die USA hätten geglaubt, mit Angriffen auf Stützpunkte an der iranischen Südküste die Hoheit über die strategisch wichtige Meerenge übernehmen zu können, so Akraminia. Der Iran sei jedoch in der Lage, die Wasserstraße von jedem Punkt seines Territoriums aus zu beherrschen. Vor dem Krieg wurde durch die Passage rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert.
Iran droht mit Zerstörung regionaler Infrastruktur bei US-Angriffen auf Kraftwerke
Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, kritische Infrastruktur im Iran anzugreifen, warnt Teheran vor massiven Gegenschlägen. In einer Stellungnahme des militärischen Hauptquartiers Chatam al-Anbjia, die die Nachrichtenagentur Fars verbreitete, hieß es: „Die gesamte Infrastruktur der Region wird unter den stählernen Schlägen der mächtigen Streitkräfte der Islamischen Republik Iran so vollständig zerstört werden, dass keine Spur davon übrig bleibt, als hätte sie nie existiert.“ Der Iran hatte in der Vergangenheit mehrfach Produktionsstätten zur Rohstoffgewinnung sowie zivile Infrastruktur in den Nachbarländern angegriffen.
Iran meldet Angriff auf Flughafen im Nordosten – Ölpreise geben leicht nach
Nach iranischen Angaben ist es zu einem Angriff auf den Flughafen von Semnan im Nordosten des Landes gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf die Gouverneursverwaltung von Geschosseinschlägen, es habe jedoch keine Toten oder Verletzten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Trotz der erneuten Angriffe gaben die Ölpreise leicht nach: Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 84,78 US-Dollar, 0,20 Prozent weniger als am Vortag, nachdem die Preise zuvor tagelang kräftig gestiegen waren.
Indien verbietet Einsatz von Seeleuten in der Straße von Hormus
Indien hat wegen der eskalierenden Gewalt im Persischen Golf vorerst den Einsatz indischer Seeleute auf Schiffen in der Straße von Hormus untersagt. Die Anordnung erging an Reeder, Schiffsmanager und Personalvermittler. Hintergrund sind Angriffe in der Region, bei denen innerhalb von drei Tagen zwei indische Seeleute getötet wurden. Die Regierung in Neu-Delhi legte Protest beim Iran ein und bestellte dessen stellvertretenden Botschafter ein. Indien ist mit mehr als 300.000 Seeleuten der weltweit drittgrößte Anbieter von Arbeitskräften für die globale Schifffahrt.
Jordanien meldet iranischen Raketenbeschuss – Iran attackiert US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien
Die jordanische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht acht iranische Raketen abgefangen, die auf das Staatsgebiet des Königreichs gerichtet waren. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Im Osten des Landes liegt ein vom US-Militär genutzter Stützpunkt. Irans Militär teilte unterdessen über das Staatsfernsehen mit, Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain ausgeführt zu haben. Der Sender Irib berichtete, der Iran habe „Radarsysteme, ein Patriot-Luftabwehrsystem und Treibstofflager“ auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem in Kuwait sowie US-Militäreinrichtungen auf dem Stützpunkt Scheich Isa in Bahrain angegriffen. Auch ein US-Stützpunkt in Jordanien sei attackiert worden, so die Revolutionsgarden.
Irak verurteilt Drohnenangriff – Luftabwehr in Teheran aktiviert
Der Irak hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf sein Staatsgebiet abgewehrt. Die Drohnen seien über der Kurdenregion im Nordirak abgeschossen worden, teilte das Büro von Ministerpräsident Ali al-Saidi mit. Al-Saidi verurteilte den Angriff scharf, machte jedoch keine Angaben zur Herkunft der Drohnen. In Teheran wurden am Donnerstagmorgen die Luftabwehrsysteme aktiviert. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass das Alarmsignal „im Westen und Osten der iranischen Hauptstadt“ zu hören gewesen sei. Von Explosionen war auch in den Provinzen Lorestan und Semnan die Rede, Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.
Iran lässt US-Staatsbürgerin ausreisen – Teheran bestellt britischen Botschafter ein
Die Führung in Teheran hat eine seit Dezember 2024 festgehaltene US-Staatsbürgerin ausreisen lassen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: „Sie befindet sich nun sicher außerhalb des Iran und ist wohlauf.“ Er dankte dem Iran für diese „Geste des guten Willens“. Bei der Frau handelt es sich um die US-iranische Doppelstaatsbürgerin Dena Karari, die laut ihrem Anwalt Jared Genser „aufgrund haltloser Anschuldigungen wegen angeblicher Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat und Spionage“ festgehalten worden sei. Sie sei „enormen körperlichen und psychischen Strapazen“ ausgesetzt gewesen. Unterdessen bestellte Teheran den britischen Botschafter Hugo Shorter ein, nachdem London ein De-facto-Verbot der iranischen Revolutionsgarden angekündigt hatte. Teheran drohte mit einer „gleichwertigen und entschlossenen Antwort“.



