Die EU-Staaten haben sich auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Das teilten EU-Diplomaten in Brüssel mit. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Einzelheiten des Pakets wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Ukraine beantragt UN-Sicherheitsratssitzung wegen Angriffen im Schwarzen Meer
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Der geschäftsführende Außenminister Andrij Sybiha warf Russland vor, in den vergangenen Tagen mindestens drei zivile Frachtschiffe bombardiert zu haben. Dabei seien Dutzende Besatzungsmitglieder getötet oder verletzt worden. Sybiha sprach von einer Geiselnahme der globalen Lebensmittelsicherheit. Die Sitzung sei für den 27. Juli beantragt worden. Am Mittwoch habe kein Schiff den ukrainischen Seekorridor im Schwarzen Meer passiert, so Sybiha. Zuvor hatte das Infrastrukturministerium mitgeteilt, der Korridor bleibe funktionsfähig, lediglich das Unternehmen Maersk habe seine Tätigkeiten an einem Terminal in Tschornomorsk vorübergehend eingestellt.
Russland verhängt nächtliches Fahrverbot für Hafen Noworossijsk
Russland hat Insidern zufolge wegen ukrainischer Drohnenangriffe eine nächtliche Sperrung für den Schiffsverkehr im Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer verhängt. Zwischen Mitternacht und 05:00 Uhr Ortszeit dürfen keine Schiffe ein- oder auslaufen. Außerhalb der Sperrzeiten laufe der Betrieb normal weiter, Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt, hieß es aus Kreisen der Getreideindustrie.
Weizenpreis steigt deutlich an – Sorge um russische Exporte
Der europäische Weizenpreis ist nach den Angriffen auf Schwarzmeerhäfen und der Schließung des Hafens Noworossijsk kräftig gestiegen. Der richtungsweisende September-Kontrakt an der Pariser Börse Euronext legte um 3,9 Prozent auf 244 Euro pro Tonne zu. US-Weizen verteuerte sich in Chicago um 3,8 Prozent, wie Reuters meldete.
Ukraine greift offenbar erneut Ölraffinerie an
Das ukrainische Militär hat in der Nacht offenbar verschiedene russische Regionen mit Drohnen angegriffen. Der „Kyiv Independent“ berichtete unter Verweis auf russische Telegram-Kanäle von einem großen Feuer in einer Ölraffinerie in der Region Uljanowsk. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Die Ukraine attackiert seit geraumer Zeit Raffinerien und Öltanker, um den Treibstoffnachschub für die russischen Truppen zu erschweren und eine der wichtigsten Einnahmequellen Russlands zu treffen.
Selenskyj spricht mit US-Gesandten über Diplomatie
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über Wege zu einem Ende des Krieges beraten. Es sei darum gegangen, der Diplomatie neuen Schwung zu verleihen, erklärte Selenskyj auf X. Er nannte das Gespräch „fruchtbar und wichtig“. „Frieden ist notwendig – ein Frieden in Würde“, schrieb Selenskyj. Die Teams beider Länder stünden weiterhin in engem Kontakt.
Wadephul sucht Gespräch mit ukrainischem Außenminister nach Personalwechsel
Außenminister Johann Wadephul (CDU) will sich bei seinem ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha über den Austausch an der Spitze der ukrainischen Armee informieren. Er wolle kurzfristig über die Sicherheitslage und die Personalentscheidungen von Präsident Selenskyj sprechen, sagte Wadephul am Rande eines Besuchs in Abuja. „Deutschland zählt zu den größten Unterstützern der Ukraine, politisch, wirtschaftlich und finanziell. Und deswegen haben wir ein großes Interesse daran, zu wissen, was dort im Einzelnen stattfindet.“
Bundeswehr hilft bei Befestigung von Polens Ostgrenze
Pioniere der Bundeswehr helfen Polen bei der Befestigung seiner Grenze zu Belarus und zur russischen Exklave Kaliningrad. Ein verstärkter Maschinenpionierzug sei bereits Anfang Juli eingetroffen, teilte die Bundeswehr mit. Die Soldaten sollen gemeinsam mit der polnischen Armee Panzerabwehrgräben anlegen, Panzersperren errichten sowie Feldbefestigungen und Kampfstände bauen. Ziel sei es, im Falle eines militärischen Konflikts eine Invasion zu verzögern und die Reaktionsfähigkeit der Nato zu erhöhen. Polen investiert Milliarden in den „Schutzschild Ost“. Der Einsatz der Bundeswehr-Pioniere ist die erste praktische internationale Hilfe für dieses Projekt, sagte Oberst Marek Pietrzak, Sprecher der polnischen Streitkräfte. Der Einsatz ist zunächst bis Ende Oktober geplant.
Selenskyj verlangt von neuem Armeechef mehr Offensive
Der neue ukrainische Armeechef Mychajlo Drapatyj hat von Präsident Selenskyj „klare Aufgaben“ bekommen: „Die Offensivhandlungen in allen Bereichen fortsetzen und verstärken“, schrieb Drapatyj auf Facebook. Dazu gehören neue Operationen im russischen Hinterland und ein Ausbau der Streitkräfte in technologischer Hinsicht. Drapatyj dankte Selenskyj für die Ernennung von Ihor Skybjuk zum Chef des Generalstabs. „Vor uns liegt eine schwierige Arbeit, daher gehen wir ohne vollmundige Versprechungen vor“, so der Generalmajor. Selenskyj hatte den bisherigen Armeechef Olexander Syrskyj durch Drapatyj ersetzt, nachdem es tagelange Proteste gegen Syrskyj gegeben hatte.
Lawrow kündigt Treffen mit Rubio am Donnerstag in Manila an
Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird sich am Donnerstag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Manila treffen. Lawrow sagte, bei dem Treffen dürften die Kriege in der Ukraine und im Iran im Mittelpunkt stehen. „Das Treffen wird auf jeden Fall nützlich sein“, sagte Lawrow zu Reportern. „Es ist gut, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten.“ Beide nehmen derzeit am Asean-Außenministertreffen in der philippinischen Hauptstadt teil.
Entlassener ukrainischer Armeechef Syrskyj zieht Bilanz
Der scheidende Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj sieht die Ukraine in der Offensive. „Ich übergebe meinem Nachfolger eine Armee, die nicht nur die Verteidigung hält, sondern sich auch im Offensivmodus befindet“, teilte Syrskyj in einem Abschiedsschreiben mit. In diesem Jahr seien unter seinem Kommando 743 Quadratkilometer befreit worden. Zwar verzeichneten ukrainische Militärbeobachter auch kleinere taktische Erfolge, doch seien seit Jahresbeginn fast 800 Quadratkilometer verloren gegangen, wie das Portal „DeepStateMap“ berichtete. Syrskyj betonte, es gehe ihm nicht um Posten: „Meine Aufgabe ist der Krieg. In welcher Position ich auch immer sein mag, ich werde der Ukraine bis zum Sieg dienen.“
Größter Online-Händler Russlands erneut angegriffen
Der größte russische Online-Händler Wildberries ist erneut angegriffen worden. Ziel seien Lagerhallen in Krasnodar und Newinnomyssk gewesen, teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Am Samstag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen ebenfalls Wildberries-Lagerhallen getroffen worden, dabei wurden acht Mitarbeiter getötet und Brände ausgelöst.



